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Von Pine Creek nach Alice Springs (04.11-9.11.23)

Nachdem wir nun den Kakadu National Park verlassen haben, fahren wir zur alten Goldgräbersiedlung Pine Creek. Hier gibt es den Mine Lookout, also einen Aussichtspunkt über die Goldmine von damals. Mittlerweile ist sie mit Wasser gefüllt (was 14 Monate gedauert hat), 135 Meter tief und 250 Meter breit. Ich muss dazu sagen, auf diesem Foto kommt nicht so richtig rüber, wie riesig diese Grube ist bzw. gilt dies einfach allgemein für viele unserer Fotos. Fotos zeigen leider einfach nicht die 3-Dimensionalität.

Mine Lookout von Pine Creek

Gleich darauf fahren wir zum Mine Park von Pine Creek, in dem alte Maschinen aus den Tagen des Goldrauschs ausgestellt sind.

Alte Dampfmaschine im Mine Park
Werkzeug im Bergbau zur Gesteinzerkleinerung
Alter Waggon

Es geht weiter, meistens stundenlang endlos geradeaus und selten kommt ein Auto entgegen.

Daher traue ich mich auch einmal, den 7 Meter langen Camper zu fahren.

Zwischendurch sehen wir viele Termitenhügel. Sie sind überall im Northern Territory Australiens anzutreffen, mal 30 cm, anderenorts bis zu 6 Meter hoch.

Termitenhügel ca. 4-5 Meter hoch

Auf halber Strecke zur Stadt Katherine biegen wir zu den Edith Leliyn Falls ab, die ein Teil des Nitmiluk National Parks sind. Diese Wasserfälle fließen in einen Pool, der sich auch zum Baden eignet. Jedoch trauen wir dem Frieden nicht, dass es da nicht auch angeblich ungefährliche kleine Süßwasserkrokodile gibt und machen lieber eine 2,6 km lange Wanderung über Stock und Stein bei 40 Grad im Schatten vom unteren Pool zum oberen Pool 🙂

Unterer Pool der Edith Falls
Über Stock und Stein – Manche Einheimische machen die Wanderung mit Flip Flops – kaum zu glauben…
Blick von oben auf den unteren Pool
Nasse Tücher übern Kopf helfen bei Hitze
Oberer Pool
Auch oberer Pool

Ungefährlich sind solche Wanderungen nicht, aufgrund der Hitze, so mancher Tiere und da man absolut kein Netz hat, daher befindet sich am oberen Pool ein Notfalltelefon.

Unten am Parkplatz wieder angekommen, kühlen wir uns mit der Klimaanlage im Auto ab und fahren nach Katherine, zur drittgrößten Stadt des Northern Territory (11500Ew.). Dort finden wir alles, was wir brauchen: eine Tankstelle, einen Supermarkt und einen „powered“ Campingplatz mit Waschmaschine und Pool.

Am nächsten Tag fahren wir zu den „Hot Springs“ in Katherine. Diese sind natürliche Thermalquellen aufgrund vulkanischen Ursprungs. Sie sind heißbegehrt, da sie frei von Krokodilen sind und sehr klar.

Hot Springs in Katherine

Wir fahren danach erneut in den 30 km entfernten Nitmiluk National Park, jedoch diesmal von einer anderen Seite zur Hauptattraktion Katherine Gorge. Katherine Gorge ist ein zwölf Kilometer langes Fluss-Schluchtensystem. Der Fluß Katherine hat diese Schluchten selber geschaffen. Man kann diese Schluchten per Helicopter, per Kanu, per Boot oder zu Fuß erkunden.

Wir hoffen, dass wir eine Bootsfahrt machen können, haben jedoch leider kein Glück. Die nächste Bootsfahrt ist erst spät am Nachmittag. Also ziehen wir erneut unsere Wanderschuhe an und stiefeln zum „Baruwei Lookout“.

Katherine Gorge
Baruwei Lookout in Katherine Gorge

Durch die nicht gemachte Bootsfahrt sparen wir 210 Australische Dollar (ca. 127 Euro), welche wir aber beim nächsten Supermarkt für Essen wieder ausgeben. Wir schlucken manchmal bei den teuren Preisen, da wir das „günstige“ Japan noch gewöhnt sind.

Wir fahren 140 km weiter und übernachten in Mataranka an einem Campingplatz, welcher an den Bitter Springs liegt, die zweiten natürlichen Thermalquellen, die wir heute zu Gesicht bekommen.

Bitter Springs in Mataranka

Die Sehenswürdigkeiten werden Richtung Alice Springs weniger, daher fahren wir ein sehr großes Stück von Mataranka nach Tennant Creek, zur nächstgrößeren und siebtgrößten Stadt vom Northern Territory mit ganzen 1700(!) Einwohnern. Auf diesen 580 km gibt es nur eine einzige Straße (also den Stuart Highway), die Steppen-Landschaft und zwischendurch mal ein paar Tankstellen. Staus, Ampeln und Kreuzungen sind hier unbekannt 🙂

Der Stuart-Highway, der von Darwin nach Port Augusta 2720 km führt, wurde nach dem schottischen Entdecker John McDuall Stuart benannt, der 1862 als erster Europäer den australischen Kontinent von Süden nach Norden durchquerte. Hier ein Denkmal dazu.

Den einzigen Stopp machen wir im Daily Waters Pub, dem fast ältesten Pub des Outbacks. Diese echte Busch-Kneipe wurde in den 1930er als Raststätte für die Zwischenlandungen der Quantas-Flüge gebaut. Wenn man sie betritt, spürt man, dass hier schon sehr viele Geschichten erzählt worden sind.

Ein Esel vor dem Daily Waters Pub. Der Esel ist links 😀

In Tennant Creek angekommen, übernachten wir auf dem Campingplatz „Outback Caravan Park“. Dort gibt es einen eiskalten Pool mitten im heißen Outback, in dem wir uns abkühlen. Sehr erfrischend! 🙂

Am nächsten Tag fahren wir zu Karlu Karlu oder Devils Marbels (Teufelsmurmeln) genannt. Kilometer über Kilometer sieht man nur karge Steppenlandschaft und plötzlich hunderte gigantische, rötliche Granitkugeln. Man hat fast den Eindruck, der Teufel hätte hier seine Murmeln ausgeschüttet.

Devils Marbels
Ich versuche einen kleinen Granitstein wegzuschieben…
Marco einen großen Granitstein… 🙂

Kurz danach halten wir an der Telegraph Station Barrow, die erste Verbindung zwischen Adelaide und Darwin.

Nach 511 km erreichen wir heute die Mitte Australiens: Alice Springs mit ca. 28000 Einwohner. Eine Oase mitten in der Wüste.

In Alice Springs kann man sehr viel unternehmen. Am nächsten Tag entscheiden wir uns nach langem Überlegen, zuerst den Alice Springs Desert Park anzuschauen. Hier wird einem der Lebensraum „Australische Wüste“ vorgestellt. Wir lernen viel von unserem Guide über Pflanzen und Tiere, die hier in der Wüste leben. Außerdem erzählt er uns etwas über das Tier Emu und Pflanzenmedizin, welche Pflanzen man essen kann, welche nicht und deren medizinische Wirkung. Ureinwohner haben durch dieses Wissen so in der Wüste überlebt.

Unser Guide lässt uns nicht giftige Beeren probieren. Jedenfalls versicherte er uns, dass sie nicht giftig waren… 🙂

Nach der Tour gibt es eine Vogel-Show. Wir müssen während der Show sitzen bleiben, damit die Vögel sich nicht erschrecken.

Die Guides erzählen uns etwas über Vögel und schmeißen zwischendurch immer Leckerlis in die Luft, welche von den Vögeln geschnappt werden.

Hier wartet ein Greifvogel kreisend über ihrem Kopf auf sein Leckerli
Eine Schleiereule bekommt ein Leckerli
Australische Schleiereule
Australischer Buschtriel bekommt ein Leckerli
Inkakakadu wollte nur einen Leckerli und verschwand dann schnell wieder. Papageien sind sehr eigen.

Nach der Show laufen wir noch weiter das große Gelände ab und sehen noch weitere australische Tiere.

Ein Dingo
Ein noch kleiner Perentie (Riesenwaran), der bis zu 2 Meter werden kann…
Ein Dornenteufel
Leider weiß ich den Namen nicht. Er stand auf einer Bank und ließ sich von mir fotografieren.

Nach 4 Stunden Tiere und Pflanzen anschauen, fahren wir noch ein paar Kilometer raus aus Alice Springs in den West MacDonnell National Park zum Anfang der MacDonnell Ranges. Diese MacDonnell Ranges sind eine 644 km lange Gebirgskette. Wir besuchen zwei Stellen der Gebirgszüge, an denen sie mit nur wenigen Metern breiten Einschnitten durchbrochen sind. Der erste Einschnitt heißt Simpsons Gap und der zweite Standley Chasm.

Wanderung zu Simpsons Gap
Marco im Simpsons Gap (Wenn man das Bild reinzoomt, sieht man wie er seine Arme hebt)
Simpsons Gap
Wanderung zu Standley Chasm
Babsi im Standley Chasm
Babsi im Standley Chasm

Danach fahren wir wieder zu unserem Campingplatz in Alice Springs zurück. Im Gegensatz zu Japan haben wir bislang nie auf kostenlosen Campingplätzen, sondern immer nur auf  „powered“ Campingplätzen übernachtet, die etwas kosten, weil man dort Strom bekommt, vor allem für unsere Klimaanlage, und meistens auch eine Poolanlage vorhanden ist. Sparen tun wir hier nicht, denn es ist einfach zu heiß und es soll ja auch irgendwie Urlaub für uns sein 🙂

Wir verlassen Alice Springs wieder – übrigens von Einheimischen nur liebevoll „Alice“ genannt – und fahren etwas außerhalb der Stadt zum „National Road Transport Hall of Fame & Old Ghan Train Museum“. Hier gibt es viel Geschichte über den Transport durch Australien. Wie alles begann z.b zuerst der Transport mit Kamelen, dann Zügen usw. Außerdem gibt es ein großes Gelände und drei riesige Hallen voller Autos, Busse, LKWs, Road Trains von früher.

Wir fahren den restlichen Tag zum Kings Canyon und sind nach 5 Stunden mit ca. 475 km gegen 16Uhr dort.

Bis bald 🙂

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