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Nationalparks Torres del Paine (Chile) und Los Glaciares (Argentinien) vom 09.03. bis 18.03.24

In Chile ist immer Wind! Oft ist es kalt, da einfach viel Wind weht. Wenn man irgendwo in der Natur übernachtet, wackelt der Camper ununterbrochen. Und wenn man die Tür vom Auto oder Camper aufmacht, muss man sie schnellst möglichst wieder zu machen, damit nicht irgendetwas davon fliegt.

Ganz alleine mit unserem Camper irgendwo auf einer Wiese…

Nach einer extrem windigen und stürmischen Nacht fahren wir früh um 8:30Uhr zum „Torres del Paine“, ein sehr großer Nationalpark, in welchem man auch übernachten kann.

Am ersten Tag im „Torres del Paine“ schauen wir uns vier Aussichtspunkte entlang der Hauptstraße an und machen danach eine 1,5 stündige Wanderung zum „Condor lookout“, bevor wir am Campingplatz Pehoé übernachten.

Aussichtspunkt auf „Larga Lagoon“, also große Lagune
Aussichtspunkt auf den See „Nordenskjöld“
Aussicht auf „Salto Grande“, den großen Wasserfall. Leider war der Wanderweg zum Wasserfall heute wegen starkem Wind geschlossen, daher haben wir ihn nur von weitem gesehen.
Brücke am See Pehoé
Unsere Wanderung zum „Condor lookout“ geht zuerst an Bäumen vorbei…
…mit schönem Blick auf den blauen Pehoé See…
…dann um den Berg herum…
…und schließlich hoch auf den Berg mit Blick auf die Granitberge „Torres del Paine“ (Im Hintergrund rechts).
Oben hat man eine tolle Aussicht auf den gesamten Nationalpark.
Es ist so windig, dass man sich sogar gegen den Wind lehnen kann und nicht umfällt – so wie Marco das gerade macht.
Man kann sich gar nicht satt sehen an dem 360° Panorama-Blick.
Unten wieder angekommen, suchen wir einen schönen Platz zum Campen. Der Campingplatz liegt direkt am Pehoé-See.

Am zweiten Tag machen wir früh eine Bootstour auf dem Grey Lake, damit wir den Grey Gletscher bestaunen können. Um zum Boot zu gelangen, müssen wir erst einmal eine Stunde mit dem Camper zum See hinfahren und im Anschluss eine Stunde über eine 1,5km lange Sandbank laufen. Auf dem Weg dorthin ist es kalt und wir sehen auf dem See „Grey“ einen riesigen Eisberg.

Schwimmender Eisberg auf dem „Grey Lake“
Wir fahren mit dem Boot ca. 1,5 Stunden zum Gletscher.
Wir bekommen einen „Eiswürfel vom Gletscher“ und dazu einen „Pisco sour“.
Der Gletscher hat eine herrlich blau leuchtende Farbe.
Es ist sehr kalt und windig.

Nach der Bootstour machen wir noch eine zweistündige Wanderung zum Ferrier Lookout, welche direkt am „Lake Grey“ startet. Die Wanderung ist sehr anstrengend, denn es geht 3km 700m steil bergauf und dann 3km wieder steil bergab. Oben weht wieder einmal starker Wind und es schneit sogar! Aber die Tortur lohnte sich, die Aussicht über den gesamten Nationalpark „Torres del Paine“ ist einfach fantastisch.

Marco und ich müssen sogar manchmal auf allen Vieren krabbeln, um den Berg zu erklimmen, da es so steil ist.
Hier sind wir auf halber Höhe.
Hier geht es durch ein Stück Wald.
Und hier sind wir endlich oben angekommen.
Schnell ein paar Fotos knipsen, denn es ist total windig und wir merken, es kommt bald ein Regenschauer.

Die „Torres del Paine“ sind das Wahrzeichen des Parks, dabei handelt es sich um drei nadelartige Granitberge, die zwischen 2600 und 2850 m hoch sind. Um diese Berge von nahem zu sehen, fahren wir an unserem dritten und letzten Tag im Nationalpark eine Stunde dorthin und machen eine achtstündige Wanderung (20km & 1000Höhenmeter) zum Aussichtspunkt „Base Torres“, an dem man die Granitberge und den davor liegenden kleinen blauen See näher betrachten kann. Diese Wanderung ist unheimlich beliebt und somit ist der Wanderweg voller Menschen.

Früh um 6Uhr stehen wir auf und fahren von unserem Campingplatz eine Stunde zum Startpunkt der Wanderung. Auf dem Weg dorthin sehen wir die Berge, rot schimmernd durch den Sonnenaufgang.
Punkt 8Uhr geht es los, damit wir um 16Uhr wieder unten am Parkplatz sind.
Die erste Stunde geht es erst einmal steil bergauf. Beim Blick zurück haben wir einen tollen Ausblick.
In der zweiten Stunde geht es durch die Berge hindurch mit Blick auf die Schlucht.
Danach herunter ins Tal am Fluss entlang.
Anschließend wandern wir eine Stunde durch den Wald.
Zwei Schilder, welche beweisen, dass wir auch tatsächlich hier im Park waren 😉
Die letzte Stunde ist die anstrengendste, denn es geht über riesengroße Steine steil nach oben…
…und über Steine, welche mit Schnee bedeckt sind und auf denen man oft ausrutscht.
Hier braucht man richtig gutes Schuhwerk mit Profil und teilweise auch Wanderstöcke, um den Wanderweg zu schaffen.
Oben angekommen – nach 4 anstrengenden Stunden – sieht man den See und die drei großen Granitsteine, welche leider etwas bedeckt vom Nebel sind.
So sieht der Wanderweg aus, d.h. eigentlich gibt es gar keinen richtigen Wanderpfad…
Aussichtspunkt „Mirador Base Torres“

Nach dieser langen und anstrengenden Wanderung fahren wir aus „Torres del Paine“ heraus und übernachten erneut auf unserer einsamen Wiese vor dem Nationalpark. Leider weht wieder sehr starker Wind, so dass wir nachts sogar umparken, um uns einen windstilleren Ort an einer Brücke zu suchen.

Am Tag darauf geht es über die Grenze von Chile nach Argentinien in die Provinz Santa Cruz Richtung El Calafate (ca. 410km) und anschließend zum See „Lago Roca“, an dem wir die nächsten drei Tage campen. Es ist mittlerweile unser dritter Grenzübergang und daher wissen wir allmählich, welche Papiere für die Grenzwärter wichtig sind.

Um zur Stadt El Calafate zu kommen, müssen wir in Argentinien über Esperanza einen Umweg fahren, bis fast zur Mitte des Landes, weil die anderen Straßen schlechte Schotterstraßen sind und es dort die einzige Tankstelle weit und breit gibt. In der Stadt El Calafate tanken wir erneut und kaufen Essen ein, da wir ja vor der Grenze alles aufessen mussten. Erst Abends gegen 18Uhr kommen wir ganz müde auf unserem Campingplatz am Lago Roca an.

El Calafate liegt am türkisfarbenen See „Lago Argentino“

Am nächsten Tag machen wir wieder einen Umweg von ca. 80km nach El Calafate, um dort unsere Wäsche waschen zu lassen. Auf unserem Campingplatz kann man nämlich nur per Hand waschen und da es die meiste Zeit regnet, haben wir keine andere Wahl. Was tut man nicht alles für ein paar saubere Klamotten! Jedenfalls fahren wir in der Zwischenzeit in den Nationalpark „Los Glaciares“ und schauen uns den mächtigen Perito Moreno Gletscher an.

Wir vor dem „Perito Moreno Gletscher“
Der Gletscher ist 4,4km breit und 70m hoch.
Er ist weltweit der einzige Gletscher, der noch wächst.
Zwischendurch sehen wir Eisbrocken von der Gletscherzunge abbrechen.
Mit einem großen Krachen stürzen die Eisbrocken ins Wasser – sehr beeindruckend!
Es gibt auch Bootstouren, die zum Gletscher näher heran fahren.

Anschließend holen wir unsere saubere Wäsche in El Calafate ab und sind gegen 18Uhr wieder am Campingplatz. Dort sehen wir ein Stinktier. Wir verfolgen und fotografieren es, dabei kommen wir ihm anscheinend etwas zu nahe, denn plötzlich versprüht es einen unangenehmen Duft. Igitt, das stinkt ganz fürchterlich!!!

Wir sehen ein Stinktier auf unserem
Campingplatz „Lago Roca“.

Wir campen einen weiteren Tag am See „Lago Roca“. Ursprünglich wollten wir eine Wanderung machen, die dort startet, jedoch regnet es den ganzen Tag und die Berge sind komplett im Nebel verdeckt, da macht das Wandern keinen Spaß. Daher machen wir einen Lese- und Faulenztag und fahren am nächsten Tag ca. 300km nach El Chaltén weiter.

Blick von unserem Campingplatz auf den Lago Roca an einem regnerischen Tag.
Schopfkarakara (falkenartiger Vogel), der an Wasserpfützen trinkt.
Wir vermuten auch ein Schopfkarakara… vielleicht das Weibchen?
Auf dem Weg nach El Chaltén laufen argentinische Rinder über die Straße.

El Chaltén liegt im Norden des Nationalparks „Los Glaciares“, der sich im Süden bis zur Stadt El Calafate erstreckt. Wir übernachten nun in dieser Stadt die nächsten zwei Tage. Der Nationalpark umfasst ganze 300 Gletscher, darunter den Perito Moreno Gletscher, welchen wir vor zwei Tagen bei El Calafate angeschaut haben.

Hier – diesmal also im Norden des Nationalparks – bei El Chaltén zählen das Massiv Fitz Roy und der benachbarte Cerro Torre zu den berühmtesten Gipfeln und auch zu den schwierigsten Bergen der Welt, die wenige Bergsteiger je erklommen haben. Der kleine Ort El Chaltén wurde 1985 als Basis- und Versorgungslager gegründet. Bis heute tummeln sich hier im „Outdoor-Mekka“ fast nur Bergsteiger und Wanderer aus der ganzen Welt.

Da man in El Chaltén ist, um hauptsächlich zu wandern, unternehmen wir die nächsten zwei Tage zwei lange Wanderungen. Die erste Wanderung geht zur „Laguna Torre“, welche 18km lang ist. Leider haben wir Pech mit dem Wetter, wir sehen keine Berge und auch nicht die Lagune, denn es regnet, windet und schneit an dem Tag. Außerdem sind wir bei Kilometer 12 komplett – bis auf die Unterhose – durchnässt und kehren um, denn krank wollen wir nicht werden.

Wir wandern Richtung Berg „Torre“ und dessen Lagune.
Es schneit, windet und regnet gleichzeitig.
Bei Kilometer 12 sind wir so durchnässt, dass wir keine Lust mehr haben und kehren um.

Da die Ranger im Nationalpark gutes Wetter für den Tag darauf voraussagen, nutzen wir dies gleich für unsere längste Wanderung, die wir auf unserer Weltreise machen. Die Wanderung geht zum Berg „Fitz Roy“ und zur „Laguna de los Tres“, sie ist über 21km lang, geht auf 1100m hoch, dauert über 8 Stunden und geht die letzte Stunde steil bergauf auf Geröll, Schnee und Eis. Oben an der Lagune windet es so stark, dass man in die Knie gezwungen wird. Puh, der Aufstieg war wegen dem rutschigen Schnee und dem Eis der anstrengendste, den wir je gemacht haben!

Wir wandern los und lassen die Stadt El Chaltén hinter uns. Sie liegt im Tal der Berge.
Toller Ausblick auf der ersten Etappe
Auf dem Bild ist dargestellt, welche Berge man eigentlich sehen sollte. Leider liegen sie und der „Fitz Roy“ gerade im Nebel.
Hier sieht man auf der linken Hälfte des Bildes die Spitze des Fitz Roy ein kleines bisschen hervorspitzen.
In der letzten Stunde geht es steil bergauf.
Die Aussicht ist traumhaft!
Eiskalt ist es hier oben!
Der letzte Teil durch Schnee und Eis ist rutschig und extrem anstrengend.
Wir sehen die blaue Lagune und ganz kurz „Fitz Roy“ (Auf dem Bild die dritte, braune Spitze von links).
Zwischendurch gibt es einen solchen Schneesturm, dass man sich umdrehen und hinsetzen muss, um nicht umgeweht zu werden. Daher nur schnell ein Foto und wieder runter vom Berg!

An unserem Abreisetag von El Chaltén fahren wir nach „Tres Lagos“, tanken dort und fahren noch am selben Tag 350 km an die Ostküste von Südpatagonien zum Ort „Comandante Luis Piedra Buena“.

150km sind Schotterstraße durch das „argentinische, trockene Outback“. Außer Guanacos und Nandus gibt es hier nichts.

Bis bald 🙂

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. DieserDave

    Bloß von hier weg, so weit wie möglich.
    Oh, bis du sagst, es ist Zeit, wir müssen
    Aus Feuerland zurück, nach Hause,
    Im Wiener-Walzer-Schritt. (Keimzeit – Kling Klang, 1993)

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