Um 2:30Uhr nachts klingelt unser Wecker, denn heute wollen wir eines der neuen sieben Weltwunder anschauen, nämlich die Inka-Ruinenstadt Machu Picchu.
Eine anstrengende lange An- und Abreise steht uns bevor. Zuerst mit dem Uber zum Busbahnhof nach Cusco, um 3:30Uhr mit dem Bus nach Ollantaytambo, um 6:10Uhr mit dem Zug von dort nach Agua Calientes und um 8Uhr mit dem Bus 30 Minuten in steilen Serpentinen auf den Machu Picchu, denn nur um Punkt 9Uhr früh gilt unsere Eintrittskarte.

Man muss aus 4 verschiedenen Wanderrouten durch die heilige Inka-Stätte eine Route auswählen und auch zu einer gewissen Uhrzeit da sein, damit die ca. 5000 Touristen, die hier täglich ankommen, gut verteilt sind. Die gewählte Route ist eine Einbahnstraße (d.h. man darf nicht zurücklaufen), man muss sie Wochen vorher buchen und sie darf auch nicht nachträglich geändert werden. Um diese heilige Befestigungsanlage trotz der Menge an Touristen weiterhin zu erhalten, fordert die Unesco solche schwierigen und teilweise verwirrenden Auflagen.












Wir sind so froh, dass wir den Machu Picchu heute überhaupt sehen dürfen, denn zum einen war vor einer Woche wegen Demonstrationen noch alles geschlossen und zum anderen sind wir in der Regenzeit dort, d.h. wenn man Pech hat, sieht man manchmal einfach gar nichts außer Wolken und Nebel.





Wir entschieden uns damals beim Buchen für die Route 4 plus den hohen Berg „Wayna Picchu“. Wir wundern uns, warum wir vor dem Wayna Picchu an einem Kontroll-Häuschen unseren Namen und die Uhrzeit in ein Buch eintragen müssen, nachdem wir unser Ticket gezeigt haben. Wir wussten nicht, dass uns eine extrem schwere Wanderung mit Kletterei auf allen Vieren, durch enge Höhlen und auf großen Treppen an steilen Abhängen, und das teilweise ungesichert, erwartet. Es wird also kontrolliert, ob die Leute auch jemals wieder zurückkommen, die hoch geklettert sind. Na prima, also dann los!















Wir fahren mit dem Bus ins Tal, erwischen den Zug, danach wieder Bus und Uber und sind nach ca. 6 Stunden wieder in Cusco in unserem Hotel. Puh, was für ein Tag! Wir haben zwar nicht das „klassische Postkartenmotiv“ geschossen, was jeder von dem neuen siebten Weltwunder kennt, jedoch haben wir eine viel beeindruckerendere Sicht von oben bei 2667m auf die komplette Inkastatt Machu Picchu erhaschen dürfen, welches mit der Kamera einfach kaum einzufangen war. Das war es alles wert!
Am nächsten Tag gehen wir Abends romantisch essen, denn es ist Valentinstag, ansonsten machen wir einen entspannten Fauli-Tag 🙂
An unserem letzten Tag in Cusco laufen wir zur Ruine der Inka-Festung Saqsayhuaman, welche am Rande der Stadt Cusco liegt und von der wir eine tolle Aussicht auf die Stadt haben. Auf gleicher Höhe liegt der „Christo blanco“, eine 8m hohe Christusstatue, welche über Cusco wacht.










Nun geht es in 3 sehr langen und anstrengenden Autofahr-Tagen über Chalhuanca, Nazca und Mala zurück nach Lima. An einem Tag hatten wir sogar statt 6 Stunden fast 14 Stunden Autofahrt, und das auch noch stundenlang die Serpentinen der Anden von 2000m auf 4000 Höhenmeter und wieder runter und dann aber wieder hoch! Kopfschmerzen lassen grüßen! Es gab außerdem zwei Straßensperrungen, welche unsere Reise nach Lima sehr erschwerten. Da es in Peru manchmal nur eine Hauptstraße gibt, muss man eventuell mit einer Umleitung von 7 Stunden und ca. 350km rechnen.



Apropos Schild, ich wollte schon lange mal kurz „die Sache mit dem Klopapier“ erwähnen. Und zwar, dass man in Mittel- und Südamerika das Klopapier nicht in die Toilette schmeißt, sondern in einen Mülleimer daneben. Die Gründe dafür sind zu kleine Rohre und Kanäle, keine funktionierende Kanalisation oder manchmal auch gar keine Kanalisation.

Unsere letzte Sehenswürdigkeit in Peru sind die Nazca-Linien. Diese sind Weltkulturerbe der Unesco. Wir sehen 4 von ca. 1500 Bildern von einem hohen Aussichtsturm aus, jedoch sind die meisten wegen ihrer Größe nur vom Flugzeug aus erkennbar. Der genaue Grund dieser riesigen Scharrbilder ist bis heute unbekannt, denn über die mysteriösen Linien von Nazca streitet sich die Wissenschaft immer noch, Aliens oder doch die Inkas?







Nachdem wir uns durch das Verkehrschaos in Lima gekämpft haben, geben wir unseren SUV, mit dem wir insgesamt 3535 km über die hohen Anden gefahren sind, leicht verschmutzt wieder ab und übernachten an unserem letzten Tag in Lima, denn morgen früh geht der Flug nach Chile.


Fazit Peru
Landschaftlich ist Peru wirklich einzigartig und durch die längste Bergkette der Welt extrem schön, gar nicht zu vergleichen mit anderen Ländern! Von überwältigenden Anden – hier findet man grüne Berglandschaften, wie den Machu Picchu oder den Colca Canyon – , über endlos weite Wüstenlandschaften wie bei Nazca, oder riesige Seen mit einsamen Inseln wie der Titicacasee, bis hin zu tollen Küstenlandschaften und schönen Stränden am Meer – hier gibt es wahnsinnig viel zu sehen, denn diese atemberaubende Natur ist sehr kontrastreich und mit der Kamera einfach kaum einzufangen! Außerdem gibt es beeindruckende Inkastätten und überall putzige Lamas und süße Alpacas zu sehen.
Die meisten Touristen besuchen Peru mit dem gemütlichen Bus oder landen mit dem Flugzeug in Cusco oder Lima und verbringen dort ein paar Tage, um nur die Highlights wie z.b. Machu Picchu anzuschauen. Die wenigstens Reisenden, so wie wir, stürzen sich in das wilde, peruanische, ständig hupende und pure Verkehrschaos, in welchem keine Verkehrregeln herrschen und sind mit dem Auto unterwegs. Dadurch nahmen wir jedoch deutlich mehr von der Natur wahr und konnten uns daran kaum satt sehen! Allerdings ist hier das Autofahren, wenn man den deutschen Stil gewohnt ist, einfach unglaublich anstrengend, zudem man auch Höhenmeter in Serpentinen und an extrem steilen Klippen entlang fährt. Es grenzt an ein Wunder, dass wir unser Auto ohne auch nur einen einzigen Kratzer wieder abgegeben haben. Mein Marcoschatz hat diebezüglich wirklich eine Goldmedaille im Autofahren verdient!
Wir sagen „Gracias“, liebes Peru!
Auf geht es zu unserem letzten Land, nach Chile!
Bis ganz bald 🙂

Sehr schöne Bilder und sehr schön geschrieben ☺️