Du betrachtest gerade Peru – Von Cusco nach Lima (13.2.-20.2.24)

Peru – Von Cusco nach Lima (13.2.-20.2.24)

  • Beitrags-Autor:
  • Beitrags-Kategorie:Peru
  • Beitrags-Kommentare:1 Kommentar

Um 2:30Uhr nachts klingelt unser Wecker, denn heute wollen wir eines der neuen sieben Weltwunder anschauen, nämlich die Inka-Ruinenstadt Machu Picchu.

Eine anstrengende lange An- und Abreise steht uns bevor. Zuerst mit dem Uber zum Busbahnhof nach Cusco, um 3:30Uhr mit dem Bus nach Ollantaytambo, um 6:10Uhr mit dem Zug von dort nach Agua Calientes und um 8Uhr mit dem Bus 30 Minuten in steilen Serpentinen auf den Machu Picchu, denn nur um Punkt 9Uhr früh gilt unsere Eintrittskarte.

Auf den letzten Kilometern zum Machu Picchu gibt es keine Straßen mehr, daher fährt hier die „Perurail“.

Man muss aus 4 verschiedenen Wanderrouten durch die heilige Inka-Stätte eine Route auswählen und auch zu einer gewissen Uhrzeit da sein, damit die ca. 5000 Touristen, die hier täglich ankommen, gut verteilt sind. Die gewählte Route ist eine Einbahnstraße (d.h. man darf nicht zurücklaufen), man muss sie Wochen vorher buchen und sie darf auch nicht nachträglich geändert werden. Um diese heilige Befestigungsanlage trotz der Menge an Touristen weiterhin zu erhalten, fordert die Unesco solche schwierigen und teilweise verwirrenden Auflagen.

Der erste Blick auf Machu Picchu ist einfach nur atemberaubend.
Hier spazieren Lamas die steilen Treppen hoch und runter.
Gewaltige Anden um die Inkastatt herum
Februar ist die schlechteste Zeit, den Machu Picchu anzuschauen, da es viel regnet und Wolken die Aussicht verdecken.
Die Ruinen aus dem 15ten Jahrhundert sind sehr gut erhalten.
Man hat das Gefühl, die Lamas bewachen den heiligen Machu Picchu.
Im Hintergrund der Berg „Wayna Picchu“ (übersetzt „Junger Berg“), welchen wir später noch hochklettern.
1983 wurde Machu Picchu zum Weltkulturerbe erklärt.
Bis zu 1000 Inkas sollen hier in den Andenbergen gelebt haben.
Die Inka-Stadt liegt auf dem Berg Machu Picchu, was übersetzt wird mit „Alter Berg“.
Unsere Route geht durch die damaligen Häuser der Inkas hindurch.
Es gibt riesige Terrassen, welche von den Inkas zur Landwirtschaft genutzt worden sind.

Wir sind so froh, dass wir den Machu Picchu heute überhaupt sehen dürfen, denn zum einen war vor einer Woche wegen Demonstrationen noch alles geschlossen und zum anderen sind wir in der Regenzeit dort, d.h. wenn man Pech hat, sieht man manchmal einfach gar nichts außer Wolken und Nebel.

Links neben dem Berg „Wayna Picchu“ gibt es den kleineren Berg „Huchuy Picchu“.
Die kleinen Wasserkanäle dienten zur Versorgung der Stadt und sind gut erhalten.
Die Stadt umfasste 216 steinerne Bauten.
Wie haben die Inkas diese vielen großen Steine hier nur alle hoch bekommen? Wirklich ein Weltwunder!
Ein Blick ins Tal auf den Fluß Urubamba von 2430 Höhenmetern.

Wir entschieden uns damals beim Buchen für die Route 4 plus den hohen Berg „Wayna Picchu“. Wir wundern uns, warum wir vor dem Wayna Picchu an einem Kontroll-Häuschen unseren Namen und die Uhrzeit in ein Buch eintragen müssen, nachdem wir unser Ticket gezeigt haben. Wir wussten nicht, dass uns eine extrem schwere Wanderung mit Kletterei auf allen Vieren, durch enge Höhlen und auf großen Treppen an steilen Abhängen, und das teilweise ungesichert, erwartet. Es wird also kontrolliert, ob die Leute auch jemals wieder zurückkommen, die hoch geklettert sind. Na prima, also dann los!

Nach einer Stunde Inkastadt anschauen, geht es nun am Ende der Stadt auf den Berg Wayna Picchu.
Wir wandern über eine komplette Stunde und es geht hunderte große Stufen aus Stein steil bergauf.
Zum Glück gibt es oft ein Seil zum festhalten, denn für schwache Nerven und Leute mit Höhenangst ist dieser Weg wirklich nichts.
Die Treppen sind so steil, dass man zum Schluss nur noch auf allen Vieren die Treppen hoch kann. Hier oben steht sogar noch ein Inka-Haus, wie wurde das hier nur gebaut?! Einfach unglaublich!
Für Unsportliche oder Leute, die mit der Höhe Probleme haben, ist dieser Spaziergang nicht geeignet. Die Treppen sind zum Teil unmittelbar am Abhang und komplett ungesichert!
Endlich geschafft, wir sind nun ca. 250m höher.
Und sehen erst einmal gar nichts… 🙁
Wir und ein paar Andere, die es bis hier hoch geschafft haben, sitzen auf kantigen, steilen Felsen und warten, dass der Nebel verschwindet, damit wir die Inkastadt sehen können…
Leider verschwindet der Nebel erst, als wir uns nach 20 Minuten des Wartens entschließen, wieder hinab zu steigen, um unseren Zug Richtung Cusco zu erwischen.
Und endlich beim Abstieg nach ein paar Metern sehen wir die Inkastadt in ihrer vollen Schönheit ohne Nebel! 🙂
Links sieht man die Inkastadt auf dem Machu Picchu auf halber Höhe vom Hayanu Piccu aus.
Immer wieder sehen wir beim Abstieg die heilige Stadt durch die Bäume hindurch – Einfach wunderschön!
Leider müssen wir uns sehr arg beeilen, denn es ist 12Uhr und um 13Uhr fährt unser Zug im Tal ab! Wir haben einfach ein bisschen zu lange gewartet, dass der Nebel verschwindet!
Wir klettern also im Affenzahn die hunderten Stufen wieder herunter und rennen durch die Inkastatt, durch Gruppen mit ihren Guides, um unseren Bus zu erwischen, der ins Tal fährt.
Ein kurzer Stopp und letztes Foto vom Berg rechts ohne Nebel, auf dem wir gerade waren… dann ab zum Bus!

Wir fahren mit dem Bus ins Tal, erwischen den Zug, danach wieder Bus und Uber und sind nach ca. 6 Stunden wieder in Cusco in unserem Hotel. Puh, was für ein Tag! Wir haben zwar nicht das „klassische Postkartenmotiv“ geschossen, was jeder von dem neuen siebten Weltwunder kennt, jedoch haben wir eine viel beeindruckerendere Sicht von oben bei 2667m auf die komplette Inkastatt Machu Picchu erhaschen dürfen, welches mit der Kamera einfach kaum einzufangen war. Das war es alles wert!

Am nächsten Tag gehen wir Abends romantisch essen, denn es ist Valentinstag, ansonsten machen wir einen entspannten Fauli-Tag 🙂

An unserem letzten Tag in Cusco laufen wir zur Ruine der Inka-Festung Saqsayhuaman, welche am Rande der Stadt Cusco liegt und von der wir eine tolle Aussicht auf die Stadt haben. Auf gleicher Höhe liegt der „Christo blanco“, eine 8m hohe Christusstatue, welche über Cusco wacht.

Saqsayhuaman (übersetzt „Gesättigter Falke“) beherbergt einige der größten Steine aller Inka-Ausgrabungsstätten.
Hier gibt es riesige Granitsteine, von denen einige bis 9 Meter hoch sind und bis zu 200 Tonnen wiegen.
Saqsayhuaman ist fast 400 Meter lang.
Von dort gibt es eine tolle Aussicht über die ganze Stadt Cusco.
Ein paar Lamas laufen hier auch herum.
Hier noch zwei Lamas… nein, kleiner Scherz! 😉
Die Stadt Cusco im Hintergrund und noch ein Lama 🙂
Der „Christo blanco“ bewacht Cusco.
Marco auf Cusco blickend
Peruanerin mit langen Zöpfen, Rock, bunten Taschen und ihrem Alpaca unterwegs

Nun geht es in 3 sehr langen und anstrengenden Autofahr-Tagen über Chalhuanca, Nazca und Mala zurück nach Lima. An einem Tag hatten wir sogar statt 6 Stunden fast 14 Stunden Autofahrt, und das auch noch stundenlang die Serpentinen der Anden von 2000m auf 4000 Höhenmeter und wieder runter und dann aber wieder hoch! Kopfschmerzen lassen grüßen! Es gab außerdem zwei Straßensperrungen, welche unsere Reise nach Lima sehr erschwerten. Da es in Peru manchmal nur eine Hauptstraße gibt, muss man eventuell mit einer Umleitung von 7 Stunden und ca. 350km rechnen.

Hier mussten wir fast 2 Stunden warten, da eine Brücke auf der Hauptstraße gesperrt war und wir eine Umleitung über das Gebirge auf schlechter Schotterstraße fahren mussten.
Hier ging es durch einen über die Straße strömenden Fluß hindurch. Wir haben einem Einheimischen Vortritt gelassen, da wir nicht wussten, wie tief der Fluss ist.
Dieses kleine Schild und eine Straßensperrung kostete uns 7 Stunden mehr Auto fahren an einem Tag.

Apropos Schild, ich wollte schon lange mal kurz „die Sache mit dem Klopapier“ erwähnen. Und zwar, dass man in Mittel- und Südamerika das Klopapier nicht in die Toilette schmeißt, sondern in einen Mülleimer daneben. Die Gründe dafür sind zu kleine Rohre und Kanäle, keine funktionierende Kanalisation oder manchmal auch gar keine Kanalisation.

Ein Schild in einem unserer vielen Hotels, das darauf aufmerksam machen soll, ließ mich etwas schmunzeln…

Unsere letzte Sehenswürdigkeit in Peru sind die Nazca-Linien. Diese sind Weltkulturerbe der Unesco. Wir sehen 4 von ca. 1500 Bildern von einem hohen Aussichtsturm aus, jedoch sind die meisten wegen ihrer Größe nur vom Flugzeug aus erkennbar. Der genaue Grund dieser riesigen Scharrbilder ist bis heute unbekannt, denn über die mysteriösen Linien von Nazca streitet sich die Wissenschaft immer noch, Aliens oder doch die Inkas?

Arbol – Zeichnung eines Baumes
Gato – Zeichnung einer Katze
Manos – Zeichnung der Hände
Lagarto – Zeichnung einer Eidechse
Wir sehen vom Aussichtspunkt viele ewig lange Linien.
Auf diesem Schild werden die Bilder und deren Lage in der Wüste erklärt.
Aussichtspunkt von einem Berg aus, um auf die Nazca-Linien zu schauen.

Nachdem wir uns durch das Verkehrschaos in Lima gekämpft haben, geben wir unseren SUV, mit dem wir insgesamt 3535 km über die hohen Anden gefahren sind, leicht verschmutzt wieder ab und übernachten an unserem letzten Tag in Lima, denn morgen früh geht der Flug nach Chile.

Zum Abendessen in Lima gab es das peruanische Gericht „Ceviche“, ein Fischgericht mit Zwiebeln, Mais, Süßkartoffeln, Chilis und Limettensaft.
Dazu unsere Lieblingsgetränke: „Una Cerveza Cusqueña y una Limonada natural“

Fazit Peru

Landschaftlich ist Peru wirklich einzigartig und durch die längste Bergkette der Welt extrem schön, gar nicht zu vergleichen mit anderen Ländern! Von überwältigenden Anden – hier findet man grüne Berglandschaften, wie den Machu Picchu oder den Colca Canyon – , über endlos weite Wüstenlandschaften wie bei Nazca, oder riesige Seen mit einsamen Inseln wie der Titicacasee, bis hin zu tollen Küstenlandschaften und schönen Stränden am Meer – hier gibt es wahnsinnig viel zu sehen, denn diese atemberaubende Natur ist sehr kontrastreich und mit der Kamera einfach kaum einzufangen! Außerdem gibt es beeindruckende Inkastätten und überall putzige Lamas und süße Alpacas zu sehen.

Die meisten Touristen besuchen Peru mit dem gemütlichen Bus oder landen mit dem Flugzeug in Cusco oder Lima und verbringen dort ein paar Tage, um nur die Highlights wie z.b. Machu Picchu anzuschauen. Die wenigstens Reisenden, so wie wir, stürzen sich in das wilde, peruanische, ständig hupende und pure Verkehrschaos, in welchem keine Verkehrregeln herrschen und sind mit dem Auto unterwegs. Dadurch nahmen wir jedoch deutlich mehr von der Natur wahr und konnten uns daran kaum satt sehen! Allerdings ist hier das Autofahren, wenn man den deutschen Stil gewohnt ist, einfach unglaublich anstrengend, zudem man auch Höhenmeter in Serpentinen und an extrem steilen Klippen entlang fährt. Es grenzt an ein Wunder, dass wir unser Auto ohne auch nur einen einzigen Kratzer wieder abgegeben haben. Mein Marcoschatz hat diebezüglich wirklich eine Goldmedaille im Autofahren verdient!

Wir sagen „Gracias“, liebes Peru!

Auf geht es zu unserem letzten Land, nach Chile!

Bis ganz bald 🙂

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Zofie

    Sehr schöne Bilder und sehr schön geschrieben ☺️

Schreibe einen Kommentar