Du betrachtest gerade Peru – Von Arequipa nach Cusco (06.02.-12.02.24)

Peru – Von Arequipa nach Cusco (06.02.-12.02.24)

  • Beitrags-Autor:
  • Beitrags-Kategorie:Peru
  • Beitrags-Kommentare:1 Kommentar

Die Stadt Arequipa liegt auf 2335m und ist von drei Vulkanen umgeben. Einer dieser Vulkane ist das Wahrzeichen der Stadt und heißt „El Misti“ (5822m). Um diesem Vulkan etwas näher zu kommen, fahren wir durch den Nationalpark „Salinas y Aguada blanca“.

Vulkan „El Misti“
„Reserva Nacional de Salinas y Aguada Blanca“

Es gibt verschiedene Routen den Nationalpark Richtung Colca Canyon bzw. der Stadt Yanque – unserem nächsten Ziel für heute – mit dem SUV zu befahren. Wir wählen die mittlere Route, weil wir denken, sie geht per Google Maps am schnellsten und man sieht am meisten. Leider ist dem nicht so. Wir fahren geschlagene 5 Stunden über Stock und Stein, an steilen Abhängen entlang, die Serpentinen auf 4500m hoch und anschließend wieder hinunter, durch Schlaglöcher und große Wasserpfützen, über halb abgerissene Straßen und begegnen in dieser ganzen Zeit nur drei Autos.

Das erste Auto, welchem wir begegnen, hat einen platten Reifen. Wir möchten gerne helfen, aber sie wollen unsere Hilfe nicht und somit fahren wir weiter. Sie nicken uns nur zum Schluss zu und sagen „La ruta está bien“, also die Strecke sei weiterhin gut zu fahren. Dies stimmt leider so gar nicht, denn wir stecken plötzlich auf halber Route im Schlamm einer Pfütze fest. Das letzte Auto, von welchem wir selber gerne Hilfe gehabt hätten, fährt trotz Winken glatt an uns vorbei und hält gar nicht erst an. Komisch ist das, aber anscheinend muss jeder selber zurecht kommen in diesem Land.

Wir schaufeln also den Matsch unter dem feststeckenden Reifen mit den Händen beiseite, legen Gras und Steine darunter und erst beim dritten Anlauf klappt es endlich und wir schaffen es, heraus zu kommen. Ein Glück!

Pfütze, bei der wir zum Glück außen herum fahren konnten.
Pfütze, in der wir stecken geblieben sind.
Unser rechtes Vorderrad blieb stecken.
Das einzig Schöne an der 5 Stunden-Fahrt durch den Nationalpark waren wilde Vikuñas.
Ein Vikuña

Nach gefühlten hundert Stunden über die schlechte Straße erreichen wir wieder eine ordentliche Teerstraße und fahren noch zwei weitere Stunden zur Stadt Yanque. Wie sehr wissen wir doch nun eine gut ausgebaute Teerstraße zu schätzen! 😉

Auf dem Weg Richtung Stadt Yanque
Überall Alpacas
Blick auf die Stadt Chivay

In der Stadt Yanque sind wir bei dem netten Hotelmanager José in der schönen Killawasi Lodge untergebracht und fahren am nächsten Tag zum Colca Canyon. Er ist mit 3269m einer der tiefsten Schluchten der Welt. Wir fahren mit dem Auto fünf verschiedene Aussichtspunkte ab, welche alle an der Schlucht entlang verlaufen.

Coca Tee gibt es zum Frühstück, er hilft gegen Höhenkrankheit – übrigens in Deutschland verboten…
Erster Aussichtspunkt: „Mirador Antahuilque“
Der Fluss Río Colca hat sich hier über die Jahrtausende tief in den Berg hinein gefressen und eine der tiefsten Schluchten der Welt gebildet.
Zweiter Aussichtspunkt: „Mirador Cruz del Cóndor“
Der Aussichtspunkt „Cruz del Cóndor“ ist der beliebteste und dort stehen alle Touristenbusse. Zur Belustigung der Touristen gibt es Menschen, die sich als Andenkondor verkleiden.
Ganz rechts im Bild sieht man die untere Aussichtsplattform mit vielen Touristen.
Dritter Aussichtspunkt: „Mirador de Tapay“
Hier sind wir fast alleine.
Vierter Aussichtspunkt: „Mirador de San Miguel“
Hier sieht man einen Andenkondor fliegen, den größten Flugvogel der Welt.
Fünfter Aussichtspunkt: „Mirador de Achachihua“
Der Colca Canyon ist einfach gigantisch und der Anblick der Anden einfach überwältigend.

Danach fahren wir wieder zur Lodge nach Yanque zurück. Am nächsten Tag geht es ca. 6 Stunden nach Puno zum Titicacasee. Er ist der größte Südwassersee Südamerikas und 15 mal so groß wie der Bodensee. Außerdem ist er das am höchsten gelegene schiffbare Gewässer der Welt. Wir sind hier nun auf fast 4000m über dem Meeresspiegel und die Luft ist ziemlich dünn geworden.

Blick von unserem Hotel über den See auf die Stadt Puno

Am nächsten Tag machen wir eine Bootstour über den Titicacasee und besuchen zuerst die Insel „Isla Titino Grande“, eine von ca. 100 Schilfsinseln der „Urus“, welche von Einheimischen gemacht worden ist. Die einheimische Bevölkerung „Urus“ leben seit jeher auf dem Titicacasee, teilweise auf schwimmenden Inseln. Der Untergrund und die Häuser selbst werden komplett aus Schilf hergestellt, welches auf dem See vorkommt.

Die schwimmende Schilfsinsel „Isla Titino Grande“ – Sie wird mit Seilen und Holzpflöcken verankert, sonst würde sie wegschwimmen.
Nachbar-Schilfsinsel
Boote, mit welchen wir kurz mitfahren durften. Sie sind auch komplett aus Schilf gemacht und werden von den Urus stolz „Mercedes Benz“ genannt 🙂
Der Kopf des Bootes ist ein Puma, da „Titi“ von Titicacasee in der einheimischen Sprache übersetzt Puma heißt.
Schilfsboden – Jedes Jahr wird eine neue Schicht Schilf auf die Insel gelegt. Eine Insel hält jedoch nur maximal 50 Jahre, danach wird eine neue gebaut und umgezogen.
Hier wird uns demonstriert, wie der Inselboden gebaut wird. Er ist 2m dick. Das Schilf wird zu Blöcken verarbeitet und zusammengebunden.
Unter die Kochstelle wird ein Schilfsblock gelegt, sonst würde die Insel schnell abfackeln. Rauchen ist hier komplett verboten.

Anschließend besuchen wir die Insel „Taquile“, eine von 36 natürlichen Inseln auf dem Titicacasee. Uns wird gezeigt, was man hier anbaut und welche Kleidung getragen wird. Je nach Geschlecht, Status und Rangordnung gibt es verschiedenfarbige Mützen. Zur Begrüßung und Verabschiedung werden unter den Bewohnern Coca Blätter ausgetauscht und gekaut.

Wir fahren mit dem Boot 1,5 Stunden weiter zur natürlichen Insel „Taquile“.
Auf dieser Insel leben ca. 3000 Einheimische.
Hier wird Quinoa, Kartoffeln, Mais und vieles mehr angebaut.
Man darf hier nur leben, wenn man auf der Insel geboren ist oder einen Inselbewohner heiratet.
Wir bekommen ein traditionelles Mittagsessen, als Vorspeise Quinoasuppe.
Gegrillte Forelle aus dem Titicacasee mit Reis
Muña – Tee, welcher auch zu medizinischen Zwecken genutzt wird bzw. auch gegen Höhenkrankheit hilft.
Es wird für uns traditionell getanzt und wir dürfen sogar mittanzen.
Ein Foto darf auch gemacht werden und wir bekommen sogar einen Hut aufgesetzt.

Wir fahren wieder 2 Stunden mit dem Boot zurück nach Puno und gehen früh ins Bett, denn am nächsten Tag haben wir eine sehr lange und anstrengende Fahrt von ca. 400km in etwa 8 Stunden zur Stadt Cusco vor. Hier verbringen wir 5 Tage und checken gegen 17Uhr in unserem Hotel ein, welches an einem ruhigen Park liegt und von welchem wir eine schöne Aussicht auf Cusco haben. Am nächsten Tag erkunden wir die Stadt Cusco.

Blick auf Cusco von unserem Hotelbalkon
Zuerst laufen wir zum „Plazoleta de San Blas“ Richtung Innenstadt.
In der Stadt Cusco gibt es kleine, schöne Gässchen.
Es gibt kleine Läden, in denen Ponchos, Hüte, Bilder und Alpaca-Kleidung verkauft werden.
Danach laufen wir zur Kirche Santo Domino of Guzmán, jedoch ist sie leider zu.
Nebenan der Garten Sagrado und das Museum „Coricancha“
Danach geht es zum „San Pedro Central Markt“, wo man wieder allesmögliche kaufen kann…
… und wir einen leckeren Erdbeer-Smoothie trinken.

Auf dem San Pedro Zentralmarkt von Cusco ist alles mit Luftballons geschmückt, denn es ist Faschingssonntag. Als wir aus dem Markt raus gehen, bekomme ich meine erste Wasserbombe von einem kleinen Jungen ab. Zum Glück hatten wir uns einen Tag vorher erkundigt, dass man hier in Cusco Fasching mit viel Wasser, Spritzpistolen, Wasserbomben und Sprühseife feiert, also haben wir nicht viel dabei und relativ wasserfeste Klamotten angezogen. Je weiter wir Richtung „Plaza Mayor de Cusco“ laufen, desto mehr Leute sind auf der Straße, die sich gegenseitig nass spritzen. Jeder Zweite verkauft hier Wasserbomben und Sprühseife.

St. Peters Kirche
Hunderte Leute, die sich mit Wasserbomben bewerfen auf dem Plaza Mayor vor der katholischen Kirche.
Nachdem wir bis auf die Unterhose nass geworden sind, da keiner mit Touristen Gnade hat, kaufen wir uns schließlich doch noch „Munition“.
Blonde Touristen werden besonders gerne als Ziel genommen…
…aber auch große Touristen bleiben nicht verschont.
Der Rasen vom großen Markplatz in Cusco wird abgesperrt und bewacht, damit dieser von der Menschenmasse und ihren Wasserbomben verschont bleibt.
Katholische Kathedrale von Cusco, welche zu ist, damit keine Wasserbomben dort hinein geworfen werden.
Bis wir auf der anderen Seite des Platzes ankommen, sind wir triefend nass.

Nachdem wir keine Sprühseife mehr als Munition haben und mir langsam kalt wird vor lauter Nässe, denn wir sind ja auf 3400 Höhenmeter und es hat tagsüber maximal nur 16 Grad, verschwinden wir heimlich in eine Nebengasse und laufen nach Hause zum Hotel. Dort duschen wir, hängen unsere Klamotten auf, wärmen uns und lecken unsere kleinen Wunden. Mich hat jemand mit dieser chemischen Sprühseife direkt ins linke Auge getroffen und ich sehe nur noch neblig. Am nächsten Tag kann ich aber doch wieder alles klar sehen. Puh, ein Glück!

Am Tag darauf wollen wir das heilige Tal der Inkas und deren archäologischen Fundstätten anschauen. Das Tal liegt im Nordwesten Cuscos an den peruanischen Anden und erstreckt sich über 100km am Fluß Urubamba entlang, von der Stadt Pisac bis hin zum Machu Picchu. Der Machu Picchu ist davon die bekannteste Inka-Ruine, welche wir aber erst morgen besuchen.

Blick auf das heilige Tal der Inkas und dem Fluß Urubamba
Das heilige Tal – die Anden im Hintergrund und die weitläufigen Felder im Vordergrund
Blick auf ein paar Städte im heiligen Tal

Das heilige Tal wurde von den Inkas aufgrund seiner besonderen klimatischen Eigenschaften sehr geschätzt. Wir schauen uns dort insgesamt 5 Inka-Ruinen und Terrassen an. Dafür fahren wir früh um 8Uhr los, zuerst 2 Stunden von Cusco zu den Salzteichen von Maras, danach eine halbe Stunde zu den kreisförmigen Terrassen von Moray, dann 2 Stunden zu den Ruinen und Terrassen von Pisac, dann 1 Stunde zur Ausgrabungsstätte Tambomachay und zur letzten archäologischen Inka-Fundstätte Puka Pukara, bis wir nach einer halben Stunde Fahrt spät nachmittags wieder in Cusco landen.

Salzteiche von Maras mit Blick vom Berg hinunter ins Tal
Seit der Zeit vor den Inkas wird in Maras Salz durch die Verdunstung von Salzwasser aus einer örtlichen unterirdischen Quelle gewonnen.
Diese heiße Quelle, aus welcher salzhaltiges Wasser strömt, wird über kleine Kanäle in unzählige Pools geleitet. 
Das Wasser verdunstet in der Sonne und das Salz wird in Handarbeit abgetragen.
Säcke voll Salz – Wir bekommen ein klitzekleines Säckchen Salz als Andenken.
Auf dem Weg zur nächsten Fundstätte der Inkas begegnen wir Peruanern, welche ihre Schafe und Esel auf der Hauptstraße zur nächsten grünen Wiese führen.
Die kreisförmigen Terrassen von Moray – Blick von oben
Viele Archäologen glauben, dass die Ruinen von Moray einst für landwirtschaftliche Experimente von den Inkas genutzt wurden, dafür spricht das Bewässerungssystem…
…und der Temperaturunterschied der Terrassen.
Wir wandern ins Tal um die Moray-Terrassen herum und wieder zurück.
Ein fremder Hund begleitet uns zu den Terrassen – In Peru gibt es viele Hunde ohne Besitzer.
Wir fahren 2 Stunden durch das heilige Tal zur früheren Befestigungsanlage von Pisac…
… und den dazugehörigen Terrassen…
…und der Inka-Stadt.
Die Terrassen der Inkas, welche der Landwirtschaft dienten, führen bis ins Tal hinunter.
In der Mitte liegt ein mächtiger Felsbrocken, von dem die Inkas glaubten, an ihm sei die Sonne angebunden.
Nach einer Stunde Fahrzeit kommen wir zur Inka-Ruine „Tambomachay“, sie galt als Wasserheiligtum.
Tambomachay war in der Inka-Zeit ein Kultort des Wassers.
Ein paar Fahrminuten weiter die fünfte und letzte archäologische Inka-Fundstätte des heutigen Tages: „Puka Pukara“.
Puka Pukara entstammt der indigenen Sprache „Quechua“ und bedeutet „Rote Festung“, was vermutlich auf die rötlichen Steine zurückzuführen ist.

Wir fahren nach Cusco zurück und gehen bald ins Bett. Morgen müssen wir früh raus, denn wir wollen zur berühmtesten Inka-Stätte des heiligen Tals, dem Machu Picchu.

Bis bald 🙂

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. DieserDave

    Sehr schöne Landschaften, AnDen sieht man sich nicht satt 🙂
    Warum seit ihr nicht mit dem SUV zum Faschingssonntag gefahren, dann wär das auch gleich sauber?
    Nächstes mal dann doch lieber nen richtigen Geländewagen, oder?

Schreibe einen Kommentar