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Ecuador – Quito und die Straße der Vulkane (09.01.-15.01.24)

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Abends kommen wir in der Hauptstadt Ecuador an und fahren 45min mit einem Uber zu unserem Hotel in die Innenstadt. Gleich fallen uns zwei Dinge in Quito auf. Zum Einen geht es ständig Berg hoch, Berg runter und zum Anderen ist kein Mensch auf den Straßen und vor unserem Hotel ein bewaffneter Wachmann vom Militärdienst. Zur ersteren Sache wissen wir, dass Quito im Hochland der Gebirgskette Anden auf 2.850 Metern Höhe liegt und dass sie die höchstgelegene Hauptstadt der Welt ist!

Zur zweiten Sache erfahren wir, dass am Tag zuvor Ecuadors Präsident Daniel Noboa aufgrund der Flucht eines Drogenbosses in Guayaquil und verbreiteter Gewalt in Gefängnissen den landesweiten Ausnahmezustand verhängt und eine nächtliche Ausgangssperre angeordnet hat. Die nächsten 60 Tage soll das Militär im Land Ecuador eingesetzt werden. Wegen dieser Ausschreitungen sind nun in Quito weitgehend Geschäfte, Schulen und Regierungsbüros geschlossen. In der Altstadt „Centro Histórico“, welche wir uns anschauen wollten, liegt der Präsidentenpalast, der nun komplett vom Militär abgesperrt wird. Uns wird daher nun empfohlen, die Altstadt erst einmal nicht zu besichtigen.

Quito mit Blick vom Hotel in den Süden
Quito mit Blick vom Hotel in den Norden

Das Einzige, was wir in Quito besuchen, ist das sehr weit außerhalb des Zentrums liegende „Mitad del Mundo“ und den Krater eines Vulkans. Wir bekommen einen Fahrer vom Hotel, der uns nun vom Zentrum weg 30km in den Norden von Quito fährt. Dort besuchen wir zuerst den Krater des erloschenen Vulkans Pululahua. Der letzte Ausbruch soll im Jahr 467 gewesen sein. Hier leben Einheimische und er ist einer von zwei bewohnten Kratern auf der Welt. Der fast völlig ebene Kraterboden gilt wegen der Vulkanasche als fruchtbar und deshalb wird viel angebaut. Aufgrund der zahlreichen Tier- und Pflanzenarten und des besonderen Klimas wurde der Krater 1966 unter Naturschutz gestellt und zum ersten Nationalpark Ecuadors erklärt.

Der Krater des Vulkans Pululahua hat einen Durchmesser von 5km
Ausblick von ca. 3000m auf den Vulkankrater Pululahua. Beim Treppesteigen schnaufen wir etwas aufgrund der Akklimatisierung

Anschließend werden wir zum Äquator Intiñan-Museum gefahren, in welchem der richtige Äquator liegt und danach 250m weiter zum Denkmal „Mitad el Mundo“, welches den historischen Äquator darstellt, denn im Jahr 1736 wurde das Denkmal als Position des Äquators bestimmt. Mittlerweile weiß man, dass der Franzose Charles Marie de la Condamine sich damals vermessen hat und nach neuesten Berechnungen befindet sich der „echte“ Äquator in dem oben erwähnten Museum.

In diesem Museum machen wir lustige Experimente bezüglich der Corioliskraft. Da sich auf der Äquatorlinie die Corioliskräfte von der Nord- und Südhalbkugel beeinflussen, kann man hier z.b. ein rohes Ei auf einen Nagel stellen.

Babsi ist an den Hälften der Welt – „Mitad del Mundo“
Historisches Denkmal „Mitad del Mundo“
Babsi am „falschen“ Äquator mit einem Fuß auf der Südhalbkugel und mit dem anderen Fuß auf der Nordhalbkugel.
Blick vom Denkmal in den Norden
Blick vom Denkmal in den Süden auf die Stadt Quito
Vor dem Äquator-Museum sehen wir unser erstes Lama
Marco ist auf der Südhalbkugel und ich auf der Nordhalbkugel. Wir sind im Museum am echten Äquator.
GPS Daten 0°00’00
Die richtige Äquatorlinie im Museum
Corioliskraft-Experiment mit einem rohen Ei
Wir haben eine Urkunde zum „Eggmaster“ bekommen, da wir auf der Äquatorlinie ein Ei auf einen Nagel balancierten
Marco als sehr stolzer Egg-Master

Am nächsten Tag fahren wir mit dem Mietwagen „die Straße der Vulkane“, d.h. einen Teil der „Panamericana“ und einen Teil der Anden aufs Land, wo es gerade sicherer ist als im Zentrum einer großen Stadt. Wir müssen an diesem Tag die Stadt Quito bis 16Uhr verlassen, denn mit der letzten Zahl 9 unseres Kennzeichens auf der Plakette darf nur Freitags bis 16Uhr gefahren werden. Jede Kennzeichen-Zahl steht für einen Tag. Aufgrund des vielen Verkehrs gibt es diese Regel und diese gilt nur in der Stadt Quito.

Wir übernachten nun drei Tage in der 300 Jahre alten, wunderschönen Hacienda La Ciénega. Alexander von Humboldt residierte hier 1802 zu Beobachtungen des Vulkans Cotopaxi. Im Zimmer hat man sogar eine Feuerstelle, die angezündet wird, denn hier auf 3000m über dem Meeresspiegel ist es nun sehr kühl mit maximal 16°Grad tagsüber und nachts 6°Grad.

Unser Gefährt für die nächsten 8 Tage
Das Eingangstor zur Hacienda la Ciénega
Wir checken ein, in die Hacienda la Ciénega
Der Innenhof ist eine grüne Oase mit einem Springbrunnen in der Mitte
Es gibt dort auch eine kleine Steinkapelle
Unser Zimmer mit gemütlicher Feuerstelle, welche für uns abends angezündet wird

Wir ziehen uns dick an und fahren am Tag darauf zum Vulkan Cotopaxi. Er ist mit 5897m der zweithöchste Berg Ecuadors und einer der höchsten aktiven Vulkane der Welt. Wir fahren ca. 60Minuten durch Geröll auf bis zu 4700m und wandern auf 4864m hoch zum Basecamp. Die Luft ist ganz schön dünn da oben, es ist kalt und man muss sehr langsam laufen, um nicht höhenkrank zu werden. Wir freuen uns, dass wir die paar Meter zum Basecamp geschafft haben und gönnen uns eine heiße Schokolade.

Wir parken auf 4700m
Aufstieg zum Basecamp
Die Wolken verdecken oft den Vulkan…
…doch manchmal freuen wir uns, dass man kurz die Spitze sieht
Kurz vor dem Basecamp
Geschafft 🙂
Die heiße Schokolade haben wir uns verdient
Auf dem Rückweg klärt sich die Sicht und man kann etwas ins Tal blicken
Auf dem Weg mit dem Auto nach unten scheint dann doch mal die Sonne
Wir sehen noch ein paar wilde Pferde…
…und wir vermuten einen Andenwolf
Im Tal sehen wir zum ersten Mal den kompletten Cotopaxi
Ein Glück haben wir wieder einen SUV mit viel Bodenfreiheit genommen.
Der Cotopaxi war das letzte Mal 2015 aktiv
Wir fahren noch kurz an der „Laguna de Limpiopungo“ vorbei und dann geht es wieder heim

Wieder übernachten wir in unserer schönen Hacienda La Ciénega und schauen uns am folgenden Tag die blaugrüne Lagune an, welche der Grund des noch aktiven Vulkankraters Quilotoa ist. Dafür fahren wir insgesamt 5-6 Stunden über hohe Berge an kleinen Städten wie Sigchos, Chugchilán, Zumbahua und Pujili vorbei. Wir bekommen nun einen Eindruck, wie die Menschen hier so auf dem Land und in den kleinen Städten leben.

Kratersee Quilotoa
Wir trinken eine heiße Schokolade und schauen aus dem Café auf die schöne Lagune hinunter
Tolle Landschaften und im Hintergrund Vulkane
Wir fahren 5 Stunden in Schlangenlinien durch die Berge, immer hoch und runter
Die meisten Häuser von Ecuador haben nur eine schöne Fassade, der Rest ist meistens unverputzt
Auch hier sind die Seiten des Hauses unverputzt…
Die Stadt Zumbahua – Viele Häuser halbfertig, so als ob man keine Lust mehr hatte, sie fertig zu bauen…
Das Autofahren ist anstrengend, denn mal stehen Kühe auf der Straße…
…mal stehen Hunde mitten auf der Straße…
…mal sind Menschen auf der Straße (hier ein Mann mit traditioneller Kleidung wie Poncho, Hut und Stock), oder mal sehr große Schlaglöcher!

Wir fahren die Panamericana weiter Richtung Süden und machen einen kurzen Abstecher nach Bañjo. Von der Stadt Bañjo bis zur Stadt Puyo gibt es hier die „Straße der Wasserfälle oder in spanisch die „Ruta de las Cascadas“. Auf dem Weg gibt es sieben Wasserfälle. Der schönste Wasserfall dieser Straße soll der „Pailón del Diablo“ sein, welchen wir besuchen. Er ist zwar nicht der höchste Wasserfall, den wir je gesehen haben, aber er beeindruckt uns, weil man sehr nah heran und sogar hinter den Wasserfall gehen kann.

Man muss 2,5km durch den Wald Berg ab laufen und dann 2,5km wieder Berg auf…
Auf der anderen Seite dieser wackeligen Hängebrücke kann man den Wasserfall von weitem sehen.
Blick von der obersten Etage auf den Wasserfall „Pailón del Diablo“
Blick vom Wasserfall weg auf die Hängebrücke im Hintergrund und auf die Etagen, von denen man den Wasserfall anschauen kann
An der untersten Etage wird man etwas nass 🙂
Hier spürt man die Kraft der Wassermenge, die hinabstürzt
80m hoch ist der Pailón del Diablo
Um noch näher zum Wasserfall zu kommen, muss man durch einen engen Gang kriechen
Dann steht man direkt vor dem Wasserfall…
…und dann drei Stufen weiter sogar hinter dem Wasserfall 🙂

Nach dem Ausflug zum Wasserfall fahren wir nach Riobamba in unser Hotel Hacienda Abraspungo, wo wir sogar von der Hoteldame in Deutsch begrüßt werden, denn sie war in ihrer Kindheit in Deutschland. Wir essen noch sehr lecker zu Abend.

Links: Ecuadorianisches Getränk „Canelazo“.
Rechts: Ecuadorianisches Knabberzeug (Mais gebacken mit pikanter Salsasoße)

Morgen fahren wir zum Vulkan Chimborazo.

Bis bald 🙂

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. DieserDave

    Wünsch euch noch ein paar schöne und vor Allem unpolitische Tage am „Ecuador“

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