Du betrachtest gerade Ecuador – Vom Chimborazo nach Guayaquil (16.01.-23.01.24)

Ecuador – Vom Chimborazo nach Guayaquil (16.01.-23.01.24)

Früh um 5:30Uhr klingelt der Wecker, denn heute wollen wir den Vulkan Chimborazo besteigen. Der Gipfel mit 6263m ist wegen seiner Nähe zum Äquator der am weitesten vom Erdmittelpunkt entfernte Punkt auf der Erdoberfläche. Wir fahren mit dem Auto ca. 1,5 Stunden von unserer Unterkunft in Riobamba auf 4800m. Dort wandern wir 200m auf 5000m. Das hört sich nicht gerade viel zum Wandern an, aber es war total anstrengend, denn die Luft war dünn, der Wind hat uns fast weggeweht und der aufgewirbelte Sand ist uns in die Augen geweht.

Der Weg zum Vulkan Chimborazo ist lang und blickt auf ewige Weiten
Zwischendurch hat man beim Fahren nichts gesehen, denn der Berg war von Nebel umhüllt
Oben auf 4800m haben wir unser Auto auf dem Parkplatz abgestellt
Bis auf ein paar vereinzelte Wanderer sind wir mutterseelenallein…
Wir kämpfen bei jedem Schritt mit dem Wind und dem Sandsturm. Vielleicht ist deswegen keiner unterwegs?
Bei 5000m sind wir an einer Hütte, aber sie ist leider zu.
Marco auf 5000m Höhe!
Beim Rückweg nach unten lichtet sich kurz der Nebel und man sieht den Vulkan Chimborazo, trotzdem ist der Gipfel von Wolken umhüllt.
Wir sehen mindestens 20 wilde Vikunjas – Verwandte der Lamas. Das ist sehr selten!
Ewige Weiten nach unten ins Tal blickend

Am selben Tag fahren wir noch ca. 215km (5,5 Stunden) zu unserem Hotel „Posada Ingapirca“, welches in der Nähe der Inka-Ruinen in Ingapirca liegt. Die Fahrt ist sehr anstrengend, denn es geht durch die Anden, die Serpentinen hoch und runter, durch Regen, Nebel und Schlaglöcher, manchmal stundenlang hinter langsamen LKWs hinterher. Die waghalsigen Überholmanöver der Einheimischen in unübersichtlichen Kurven unterlassen wir lieber, dafür kommen wir sicher, aber etwas später in unserem Hotel an.

Blick auf die Landschaft von unserem Hotel Posada Ingapirca

Wir essen zu Abend und lernen dabei die einzigen und sogar deutschen Hotelgäste Verena und Peter kennen. Wir verabreden uns gleich für den nächsten Tag, um die Inka-Ruinen Ingapirca zusammen anzuschauen. Diese Ruinen sind die bedeutendste Inka-Fundstätte Ecuadors. Inka ist eine indigene Kultur in Südamerika, welche vom 13. bis zum 16.Jahrhundert über ein weites Reich herrschten. Man weiß mittlerweile, dass diese archäologische Fundstätte vor den Inkas auch eine Kultstätte der Kañari war. Kañari waren ein indigenes Volk in der ecuadorianischen Provinz Cañar, die nach ihnen benannt ist.

Archäologische Fundstätte Ingapirca umfasst einen Sonnentempel, ein Observatorium, Bäder, Grabstätten, Lagerräume, Straßen und Plätze.
Inka-Ruinen von Ingapirca
Übrigens ist gerade Regenzeit in Ecuador, daher alles schön grün. Jahreszeiten gibt es hier ja nicht, eben nur Trocken- und Regenzeit
Der Sonnentempel
Auf dem Sonnentempel stehend sieht man, dass die Steine ohne Mörtel aufeinander geschlichtet worden sind

Nach der Führung beschließen wir, noch eine 45-minütige Wanderung durch den nördlichen Teil der Inka-Fundstätte zu machen, wo jedoch nicht mehr viele Steine zu sehen sind.

Statt Steine sehen wir ein Lama im Gras hervor spitzen…
…einen Esel…
…Cara del sol (das Sonnengesicht)…
und Cara del Inca (das Incagesicht).

Danach besuchen wir noch das Museum der Inka-Ruinen und fahren anschließend zwei Stunden zu unserem nächsten Ziel, nämlich die Stadt Cuenca. Verena und Peter nehmen wir gleich mit, da sie den gleichen Weg haben und sie sonst mit dem Bus nach Cuenca gefahren wären. Anschließend checken wir in unseren Hotels ein.

Unser Hotel ist diesmal super luxuriös – das Boutique Hotel Mansión Alcàzar
Unser Ankleidezimmer 🙂
Einen Springbrunnen und einen Flügel gibt es auch im Hotelinneren
Der schöne Garten des Hotels mitten in der Innenstadt

Wir treffen uns Abends wieder, diesmal zum Meerschweinchen-Essen. Ohne Verena und Peter hätten wir nie den Mut gehabt, eins zu probieren.

Meerschweinchen spielen bei der indigenen Bevölkerung in Ecuador eine wichtige Rolle. Die Menschen in den Anden leben seit Generationen mit den Fellknäueln unter einem Dach. Früher wurden sie vom Volk der Quechua in kalten Nächten als lebende Wärmflaschen verwendet, sie sagten manchmal Erdbeben durch Fiepsen voraus, Schamanen nutzten sie, um Krankheiten zu diagnostizieren und gelegentlich landete ein Meerschweinchen auch als Festessen auf dem Grill. In Ecuador werden sie immernoch zu besonderen Anlässen serviert, etwa zum Geburtstag oder bei Hochzeiten. „Cuy“, so nennen die Ecuadorianer die Meerschweinchen, ist abgeleitet vom Quechua Wort „Quwi“, das sich wiederum an die glucksenden Laute der Tiere anlehnt.

Das Restaurant „Guajibamba“ in Cuenca soll angeblich die leckersten Meerschweinchen zubereiten…
Im Innenhof sehen wir sie am Spieß brutzeln.
Wir essen zu Viert zwei ganze Meerschweinchen – 25Dollar kostet ein „Cuy“

Wir probieren nun zum ersten Mal in unserem Leben Meerschweinchen. Erst ist es komisch, da der eigene Kopf signalisiert, dass es ja ein süßes, putziges, kleines Haustier ist, es schmeckt aber mit der Zeit, irgendwie nach Hühnchen, nur irgendwie doch anders, denn es hat einen eigenen, besonderen Geschmack. Eigentlich ist es ja fast normal, denn ein Kaninchen kommt in Deutschland zu Ostern ja auch auf den Tisch 😉

Am nächsten Tag schauen wir die Stadt Cuenca an.

Bevor wir die Altstadt erkunden, essen wir ein „Churro con dulce de leche“ – eine Art Gebäckstück mit Karamellcreme in der Chocolateria Dos Chorreras
Iglesia del Sagrario – Alte Kathedrale am Park Abdón Calderón
Park Abdón Calderón
Catedral de la Inmaculada Concepción – Große, neue, katholische Kathedrale am Park Calderón
Die neue Kathedrale von innen
Bunte Kirchenfenster in der neuen Kathedrale
Plaza de las Flores (Blumenmarkt) und im Hintergrund die „Iglesia del Carmen de la Asunción“ (Katholische Kirche)
Katholische Kirche von innen
Auf dem Blumenmarkt verkaufen Frauen mit langen schwarzen Zöpfen und Panamahüten farbenprächtige Blumen
Frau mit typischem Poncho und Hut, welche in einer Schubkarre Unmengen an Weintrauben oder Erdbeeren verkauft. Im Hintergrund rechts zwei bewaffnete Polizisten.
Am Plaza de San Franzisco steht Babsi links neben dem Cuenca-Schild. Im Hintergrund die Türme der neuen Kathedrale.
In der Markthalle 10 de Agosto wird in erster Linie Obst, Gemüse, Fleisch oder Fisch verkauft. Alles in riesigen Mengen und geordnet aufeinander gestapelt.

Danach besuchen wir ein Museum über Panamahüte. Der Ursprung dieser Kopfbedeckungen ist erstaunlicherweise nicht Panama, sondern Ecuador. Zu dem Namen kam es jedoch, da im Jahr 1906 Präsident Roosevelt bei einem Besuch der Baustelle des Panamakanals einen jener Strohhüte trug. Die Stadt Cuenca ist für seine Herstellung bekannt, das Museum ist eine Manufaktur mit Verkaufsfläche, d.h. direkt neben den Hut-Vitrinen wird an den Maschinen gearbeitet.

Die Ecuadorianer nennen den Panamahut „Sombrero de Paja Toquilla“, was Toquilla Strohhut übersetzt heißt
Der Panamahut wird aus den „Toquillastroh“ genannten Pflanzenfasern hergestellt. Frauen flechten den Hut heute noch mit ihren Händen.
Danach werden die Fasern platt gedrückt, früher mit dem Hammer…
…heutzutage mit der Maschine.
Die Form entsteht durch Wärme. Früher mit Bügeleisen und Gewicht …
…heutzutage mit der Maschine durch Wärme und Druckluft
Panamahüte gibt es in den verschiedensten Farben, Formen und Größen zu unterschiedlichsten Preisen.

Wir verbringen noch einen schönen und lustigen Abend mit Verena und Peter und gehen lecker ecuadorianisch Essen, danach trennen uns unsere Wege.

Am Tag darauf fahren wir aus der Stadt Cuenca heraus und erkunden den Nationalpark El Cajas. Dort gibt es die Lagune Toreadora, um die wir eine zweistündige Wanderung machen.

Der Nationalpark liegt nur 30km von der Stadt Cuenca entfernt
Laguna Toreadora im Nationalpark El Cajas
Die Wanderung ist auf 4100m über dem Meeresspiegel!
Der Nationalpark Cajas ist ein Ort des Wassers, denn hier gibt es 786 Seen, Lagunen oder Teiche
Eine wunderschöne Landschaft mit schwammartigen Pflanzen, die Wasser aufnehmen und es sehr langsam abgeben
Auf dieser Höhe ist es Mittags ca. 12° Grad kalt

Wir fahren noch zwei Stunden weiter und übernachten in der kleinen Stadt La Troncal. Wir befinden uns nun wieder auf Meereshöhe und es sind angenehme 31 Grad. Wir suchen also unsere kurzen Hosen und gehen abends im Grill House gegenüber ein Steak essen. Man merkt sofort, dass wir uns bereits in der Nähe der Hafenstadt Guayaquil befinden – das Restaurant wird von bewaffnetem Sicherheitspersonal bewacht. Geschlafen haben wir hier nicht so gut, die Hitze, der Straßenlärm und ein defekter Rauchmelder im Zimmer haben uns auf Trab gehalten – zum Glück hatten wir Oropax dabei.

Am nächsten Tag geben wir den Mietwagen am Flughafen in Guayaquil ab, mit dem wir ca. 1150km gefahren sind. Anschließend geht es mit dem Taxi in das Grand Hotel in die Innenstadt. In Guayaquil unternehmen wir nicht viel aufgrund der aktuellen Situation. Wir laufen nur einmal um unser Hotel herum, gehen zur naheliegenden Kathedrale und zum Seminario Park, denn dort sind ganz viele Leguane.

Im Hintergrund die Metropolitankathedrale und
im Vordergrund der Seminario Park
„Catedral Católica Metropolitana de Guayaquil“
Parque Seminario
Dieser kleine Park beherbergt Leguane und Schildkröten
Man erkennt erst auf den zweiten Blick, dass hier
4 Leguane und 12 Schildkröten auf einem Steinhaufen sitzen
Die Metropolitankathedrale ist direkt an unserem Hotel
Unser Pool im Hotel

So, nun geht es für sieben Tage auf die Galapagos Inseln!

Bis bald 🙂

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Verena

    Hallo ihr zwei, wir wünschen euch viel Spass auf Galapagos.
    Und noch viel Freude beim Weiterreisen.
    Liebe Grüße
    Peter und Verena

    1. DieserDave

      Hi,
      wohin geht es bei euch weiter?

  2. DieserDave

    Freut mich, dass ihr gut aus dem Chaos entkommen seit.
    Kurzer Hinweis: Galapagosfinken darf man nicht essen, auch wenn sie niedlich sind 🙂

  3. Inge Wehrfritz

    Es ist alles spannend zu lesen. Schön, dass ihr alles gleich dokumentiert. So viele Erlebnisse kann man sich nicht merken. Vieles liest sich wie in einem Märchen. Weiterhin schön vorsichtig sein, Gruß Mutter

Schreibe einen Kommentar