Früh um 5:30Uhr klingelt der Wecker, denn heute wollen wir den Vulkan Chimborazo besteigen. Der Gipfel mit 6263m ist wegen seiner Nähe zum Äquator der am weitesten vom Erdmittelpunkt entfernte Punkt auf der Erdoberfläche. Wir fahren mit dem Auto ca. 1,5 Stunden von unserer Unterkunft in Riobamba auf 4800m. Dort wandern wir 200m auf 5000m. Das hört sich nicht gerade viel zum Wandern an, aber es war total anstrengend, denn die Luft war dünn, der Wind hat uns fast weggeweht und der aufgewirbelte Sand ist uns in die Augen geweht.










Am selben Tag fahren wir noch ca. 215km (5,5 Stunden) zu unserem Hotel „Posada Ingapirca“, welches in der Nähe der Inka-Ruinen in Ingapirca liegt. Die Fahrt ist sehr anstrengend, denn es geht durch die Anden, die Serpentinen hoch und runter, durch Regen, Nebel und Schlaglöcher, manchmal stundenlang hinter langsamen LKWs hinterher. Die waghalsigen Überholmanöver der Einheimischen in unübersichtlichen Kurven unterlassen wir lieber, dafür kommen wir sicher, aber etwas später in unserem Hotel an.

Wir essen zu Abend und lernen dabei die einzigen und sogar deutschen Hotelgäste Verena und Peter kennen. Wir verabreden uns gleich für den nächsten Tag, um die Inka-Ruinen Ingapirca zusammen anzuschauen. Diese Ruinen sind die bedeutendste Inka-Fundstätte Ecuadors. Inka ist eine indigene Kultur in Südamerika, welche vom 13. bis zum 16.Jahrhundert über ein weites Reich herrschten. Man weiß mittlerweile, dass diese archäologische Fundstätte vor den Inkas auch eine Kultstätte der Kañari war. Kañari waren ein indigenes Volk in der ecuadorianischen Provinz Cañar, die nach ihnen benannt ist.





Nach der Führung beschließen wir, noch eine 45-minütige Wanderung durch den nördlichen Teil der Inka-Fundstätte zu machen, wo jedoch nicht mehr viele Steine zu sehen sind.




Danach besuchen wir noch das Museum der Inka-Ruinen und fahren anschließend zwei Stunden zu unserem nächsten Ziel, nämlich die Stadt Cuenca. Verena und Peter nehmen wir gleich mit, da sie den gleichen Weg haben und sie sonst mit dem Bus nach Cuenca gefahren wären. Anschließend checken wir in unseren Hotels ein.




Wir treffen uns Abends wieder, diesmal zum Meerschweinchen-Essen. Ohne Verena und Peter hätten wir nie den Mut gehabt, eins zu probieren.
Meerschweinchen spielen bei der indigenen Bevölkerung in Ecuador eine wichtige Rolle. Die Menschen in den Anden leben seit Generationen mit den Fellknäueln unter einem Dach. Früher wurden sie vom Volk der Quechua in kalten Nächten als lebende Wärmflaschen verwendet, sie sagten manchmal Erdbeben durch Fiepsen voraus, Schamanen nutzten sie, um Krankheiten zu diagnostizieren und gelegentlich landete ein Meerschweinchen auch als Festessen auf dem Grill. In Ecuador werden sie immernoch zu besonderen Anlässen serviert, etwa zum Geburtstag oder bei Hochzeiten. „Cuy“, so nennen die Ecuadorianer die Meerschweinchen, ist abgeleitet vom Quechua Wort „Quwi“, das sich wiederum an die glucksenden Laute der Tiere anlehnt.



Wir probieren nun zum ersten Mal in unserem Leben Meerschweinchen. Erst ist es komisch, da der eigene Kopf signalisiert, dass es ja ein süßes, putziges, kleines Haustier ist, es schmeckt aber mit der Zeit, irgendwie nach Hühnchen, nur irgendwie doch anders, denn es hat einen eigenen, besonderen Geschmack. Eigentlich ist es ja fast normal, denn ein Kaninchen kommt in Deutschland zu Ostern ja auch auf den Tisch 😉
Am nächsten Tag schauen wir die Stadt Cuenca an.












Danach besuchen wir ein Museum über Panamahüte. Der Ursprung dieser Kopfbedeckungen ist erstaunlicherweise nicht Panama, sondern Ecuador. Zu dem Namen kam es jedoch, da im Jahr 1906 Präsident Roosevelt bei einem Besuch der Baustelle des Panamakanals einen jener Strohhüte trug. Die Stadt Cuenca ist für seine Herstellung bekannt, das Museum ist eine Manufaktur mit Verkaufsfläche, d.h. direkt neben den Hut-Vitrinen wird an den Maschinen gearbeitet.







Wir verbringen noch einen schönen und lustigen Abend mit Verena und Peter und gehen lecker ecuadorianisch Essen, danach trennen uns unsere Wege.
Am Tag darauf fahren wir aus der Stadt Cuenca heraus und erkunden den Nationalpark El Cajas. Dort gibt es die Lagune Toreadora, um die wir eine zweistündige Wanderung machen.






Wir fahren noch zwei Stunden weiter und übernachten in der kleinen Stadt La Troncal. Wir befinden uns nun wieder auf Meereshöhe und es sind angenehme 31 Grad. Wir suchen also unsere kurzen Hosen und gehen abends im Grill House gegenüber ein Steak essen. Man merkt sofort, dass wir uns bereits in der Nähe der Hafenstadt Guayaquil befinden – das Restaurant wird von bewaffnetem Sicherheitspersonal bewacht. Geschlafen haben wir hier nicht so gut, die Hitze, der Straßenlärm und ein defekter Rauchmelder im Zimmer haben uns auf Trab gehalten – zum Glück hatten wir Oropax dabei.
Am nächsten Tag geben wir den Mietwagen am Flughafen in Guayaquil ab, mit dem wir ca. 1150km gefahren sind. Anschließend geht es mit dem Taxi in das Grand Hotel in die Innenstadt. In Guayaquil unternehmen wir nicht viel aufgrund der aktuellen Situation. Wir laufen nur einmal um unser Hotel herum, gehen zur naheliegenden Kathedrale und zum Seminario Park, denn dort sind ganz viele Leguane.

im Vordergrund der Seminario Park




4 Leguane und 12 Schildkröten auf einem Steinhaufen sitzen


So, nun geht es für sieben Tage auf die Galapagos Inseln!
Bis bald 🙂

Hallo ihr zwei, wir wünschen euch viel Spass auf Galapagos.
Und noch viel Freude beim Weiterreisen.
Liebe Grüße
Peter und Verena
Hi,
wohin geht es bei euch weiter?
Freut mich, dass ihr gut aus dem Chaos entkommen seit.
Kurzer Hinweis: Galapagosfinken darf man nicht essen, auch wenn sie niedlich sind 🙂
Es ist alles spannend zu lesen. Schön, dass ihr alles gleich dokumentiert. So viele Erlebnisse kann man sich nicht merken. Vieles liest sich wie in einem Märchen. Weiterhin schön vorsichtig sein, Gruß Mutter