Heute lassen wir unseren Camper am Stadtrand stehen und fahren mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in die Innenstadt von Osaka. Mit dem Camper ist es allgemein sehr stressig, in so einer riesigen Stadt zu fahren und da der Camper eine Höhe von mindestens 2,30m hat, kommen wir nie in Parkhäuser oder sogar auch nicht auf so manche Innenstadt-Parkplätze.
Wir fahren also mit der U-bahn zum Kuromon Ichiba Market von Osaka und gönnen uns ganz viele Leckereien.




Danach sind wir satt und machen einen Verdauungsspaziergang zum Namba Yasaka Schrein. Die Besonderheit des Schreins ist seine Form als „Wächterlöwe“, welcher magische Kräfte besitzen soll, um böse Geister abzuwehren.

Wir laufen noch ein Stück weiter in das Einkaufs- und Vergnügungsviertel Dotonbori. Nachts ist dieses von hunderten Neonlichtern und mit mechanischen Schildern beleuchtet, aber auch tagsüber ist es bunt, voll und laut.



Zum Mittag essen wir dort in der Nähe im Café „A Happy Pancake“ dicke, fluffige Soufflé-Pfannkuchen. Sie werden in Japan gerne als Glücksbringer auf Hochzeiten serviert.

Nun geht es zum bekannten Stadtteil Shinsekai, in dem in der Mitte der Tsutenkaku Turm steht. Hier gibt es Unmengen an Restaurants & Bars.


Wir sind aber noch satt von den Pancakes, also laufen wir lieber an den Köstlichkeiten vorbei, noch ein Stück weiter zum höchsten Gebäude Japans. Danach geht es zu unserem Camper zurück, um noch eine Stunde in Richtung Nara zu fahren.

Am nächsten Tag fahren wir zum Nara-Park am Rande der Stadt Nara. Dieser ist ein riesengroßer Park mit hunderten von wilden, aber sehr zutraulichen Rehen und einer sehr großen Tempelanlage. Im Todaiji-Tempel ist einer der größten sitzenden Buddhas der Welt. Die Haupthalle, in der dieser Buddha sitzt, ist mit einer Breite von 57m und einer Höhe von 49m das größte rein aus Holz gebaute Gebäude der Welt.







Wir laufen noch ein bisschen durch den Nara-Park zu einem weiteren Tempel und dann fahren wir ca. eine Stunde weiter in die nächste Stadt Iga. Diese Region um Iga herum gilt als die Geburtstätte von Ninjutsu und war eine Hochburg der Ninja. Dort gibt es ein Ninja-Museum und eine Ninja-Show.
Ninjas sind besonders ausgebildete Kämpfer und wurden früher vor allem als Spione eingesetzt. Ihr Ursprung liegt hier in Japan. Im Museum wurden uns Kostüme und Waffen vorgestellt und in einem umgebauten Ninja-Haus Fluchtwege, Verstecke oder Falltüren gezeigt.


Zum Abschluss wurde uns eine 30-minütige Ninja-Show gezeigt. Hier wurden richtige Waffen vorgestellt und eingesetzt, daher auch fotografieren und filmen verboten, da man sich hier konzentrieren musste. Gekämpft wurde natürlich auch. Es war sehr spektakulär!

Wir fahren nun noch ein bisschen weiter in die Präfektur Mie und suchen einen Campingplatz. Die Dame, die den Campingplatz vermietet spricht kein Wort Englisch und wir versuchen, uns mit Händen und Füßen zu verständigen. Zum Glück leben wir im Zeitalter des Handys. Google Übersetzer übersetzt zwar nicht immer alles richtig, aber schließlich klappt es doch, dass wir einen ruhigen Campingplatz in der Natur an einem plätschernden Bach bekommen.
Am nächsten Tag bekommen wir zum Abschied von der Dame am Campingplatz sogar zwei Süßigkeiten mit. Im Allgemeinen sind die Japaner immer höflich und sie schenken sehr gerne etwas z.b. haben wir schon Kaki, Erdnuss-Cräcker, Süßigkeiten und einen Ninja aus Papier bekommen.

Wir fahren weiter durch die Präfektur Mie in Richtung Suzuka. Da Marco Fan der Formel 1 ist, ist die Rennstrecke Suzuka natürlich Pflichtprogramm. Wir schauen uns zuerst die Formel-1-Strecke von allen Seiten an und haben Glück, dass wir ein kleines Motorrad-Rennen auf der Zielgeraden verfolgen dürfen. Das ist ganz schön laut 🙂 Wir steigen in ein Riesenrad, um die Strecke von oben zu betrachten und danach buchen wir ein „Circuit Challenger“, um darauf eine Runde mit einem Mini-Elektroauto zu fahren.







Den Rest des Tages fahren wir 130km zur nächsten Roadside-Station und gehen noch im Waschsalon Wäsche waschen. Am Tag darauf fahren wir 170km am Stück zu zwei Wasserfällen in Shizuoka in der Nähe des Mount Fuji.



Wir sind nun am Mount Fuji angekommen. Unsere letzte Sehenswürdigkeit in Japan. Er ist mit 3776m der höchste Berg bzw. Vulkan Japans. Wegen des auffallend symmetrischen Vulkankegels gilt der Fuji außerdem auch als schönster Berg der Welt und als Sinnbild für Japan.

Am Nachmittag sind wir wieder mal auf der Suche nach einem geöffneten Campingplatz. Ich hoffe darauf, dass wir einen finden, natürlich mit Blick auf den Berg Fuji, da wir ja nur deswegen hergefahren sind. Beim zweiten Anlauf finden wir zum Glück einen Platz am Motosu-See, jedoch im Wald, natürlich ohne Blick auf den Berg.
Ich hatte die Tage zuvor gelesen, dass man den allerschönsten Blick vom Motosu-See hat und dass auch von dort das Foto auf dem 1000 Yen-Schein her ist. Also schleppe ich den müden Marco, der von der 5-Stunden Autofahrt total kaputt ist, mit einer Stunde Wanderung um den halben See herum und das auch noch kurz vor Dunkelheit an einer Autostraße ohne Bürgersteig. Wir haben Glück. Wir sehen den Berg eine Minute vor Sonnenuntergang ohne Wolken. Hier das Ergebnis 🙂


So, die Japanreise ist nun bald zu Ende. Wir fahren am nächsten Tag ca. 220km um Tokyo herum und geben am übernächsten Tag unseren Nissan-Bus beim Anbieter Japan Campers wieder ab. Er hat uns treue Dienste bei ungefähr 3100 km durch halb Japan geleistet. Wir waren doch sehr froh, einen kleineren Camper gewählt zu haben, denn die Straßen waren machmal sehr schmal.

Unser Fazit für Japan:
Ein sehr schönes Land! Vor allem landschaftlich! Da Japan auf dem Feuerring liegt, gibt es hier viele Vulkane und schöne grüne Berge. Im Tal liegen dann tolle Seen und das Meer ist auch nie weit entfernt.
Die Menschen sind super freundlich und höflich. Es ist alles sehr sauber und man fühlt sich sicher, auch in den riesigen Städten. Dort gibt es ein gut ausgebautes und pünktliches öffentliches Verkehrsnetz. Das Essen schmeckt lecker, vor allem wenn man Reis, Nudeln, Miso und Fisch mag. In puncto Technik, wie Hightech-WC, Essen über Tablets bestellen oder Taxitüren, die von alleine zu gehen, sind die Japaner ganz vorne dran.
Trotz der fremden Sprache, der kuriosen Zeichen und dass viele Japaner einfach gar kein Englisch können, kommt man mit der Zeit durch ihre überaus freundliche Hilfsbereitschaft sehr gut zurecht.
Manchmal gibt es für unseren Geschmack etwas zu viele Regeln wie z.b. die „keine Mülleimer-Regel“ ist vor allem für Touristen eine große Herausforderung.
Ein kleines bisschen verrückt sind sie schon, mit ihren Animés, den Katzen-Motiven, dem Kitsch, die Spielautomaten und das Musikgedudel und Blink-Blink überall in den Geschäften, aber das macht sie auch irgendwie wiederum sehr sympathisch.
Wir sagen Tschüss zu Japan. Auf geht es nach Australien!


Danke für den Beitrag, hab viel gestaunt und gelacht.
Guten Flug, freue mich schon auf die Berichte von der Gefängnisinsel 😉
Das war wieder ein schöner Bericht. Ihr geht mit den japanischen Begriffen um wie geübt. Was halten die Japaner vom Klimaschutz? Wenn man die blinkenden Lampen sieht, halten sie nicht viel davon oder? Weiterhin gute Reise, LG, Mutter
Ui klingt das alles toll! Das Essen sieht auch sehr lecker aus. Und so interessant, wie ihr die Japaner beschreibt. Cool! Ich will auch nach Japan 🇯🇵 🥰 Gute Reise weiterhin 🥰