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Von Takayama nach Kyoto (12.10.-16.10.23)

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Wir sind in Takayama angekommen, eine kleine Stadt mit Volkskundemuseen, Kunsthandwerksläden und Sakebrauereien.

Zuerst besuchen wir das Freilichtmuseum „Hida Folk Village (Hida no Sato)“ mit ca. 30 Bauernhäusern aus der Edo-Zeit. Hier bekommt man einen Eindruck, wie das japanische Volk früher gelebt hat.

Übrigens wird als Edo-Zeit der Abschnitt der japanischen Geschichte von 1603 bis 1868 bezeichnet, in dem die Tokugawa-Shogune herrschten. Benannt nach dem damaligen Namen der Hauptstadt Edo (heute Tokyo).

ca. Jahr 1650
ca. Jahr 1700
Haus aus dem Jahr 1809
ca. Jahr 1800
ca. Jahr 1940
Die meisten Häuser hatten dicke Strohdächer

Die Gebäude konnten auch von innen besichtigt werden und enthielten Informationen über die damalige Zeit.

Die meisten Häuser hatten in der Mitte des Raumes eine kleine Feuerstelle zum Kochen.
Viele Familien aus der Region verdienten ihr Geld mit der Herstellung von Seide
Schneeschuhe aus dem 18ten Jahrhundert
So sahen die meisten Häuser von innen aus. Der Boden mit Reisstrohmatten (Tatami-Matten) und oft alles aus Holz.

Wichtig: In den Innenräumen von Häusern zieht man in Japan die Schuhe aus!

Nach ca. zwei Stunden hatten wir alle Häuser des Freilichtmuseums gesehen. Wir fahren in die Innenstadt von Takayama, um dort auf dem berühmten Morning Market noch ein paar Köstlichkeiten zu ergattern.

Reiskuchen mit Sojasoße (links), Reiskuchen mit Käse (rechts)
Japanische Birnen (links), Bohnenbonbons (rechts oben), Matcha-Cookie (rechts unten)

Wir wandern durch die Gassen von Takayama. Dort gibt es viele Sakebrauereien. Sake ist ein Reiswein mit ca. 15-20% Alkohol. Kosten können wir leider nicht, wir müssen ja noch weiterfahren 🙂

Zuletzt besuchen wir ein historisches Regierungs- und Verwaltungsgebäude aus der Edo-Zeit. Natürlich müssen die Schuhe in dem Haus wieder ausgezogen werden.

In Konferenzräumen und in den japanischen Büros des ehemaligen Regierungsgebäudes wurden früher die administrativen Aufgaben am Boden im Schneidersitz durchgeführt.

So, nun geht es zur japanischen Küste. Wir fahren am selben Tag leider noch 200km statt nur 140km, weil zwei Campingplätze komplett geschlossen waren. Für viele Campingplätze ist die Saison im September schon vorbei. Wir müssen uns also mit Roadside Stations begnügen, an denen es zwar Toiletten und etwas zu Essen gibt, aber dafür kein Wasser fürs Abwaschen, Waschsalon, Duschen und manchmal auch keine Mülleimer. Wir hoffen also, dass wir morgen mehr Glück haben.

Wenigstens sehen wir zum ersten Mal das japanische Meer 🙂 Gleich am nächsten Tag hüpfen wir früh nach dem Frühstück hinein 🙂

Wir kaufen ein und fahren in die Hafenstadt Kanazawa. Dort gehen wir durch den japanischen Garten Kenrokuen. Er zählt zu den drei großen Gärten Japans, die als perfekte Landschaftsgärten gelten.

Heimlich fotografieren wir eine Braut in ihrem weißen Kimono, von der Hochzeitsfotos geschossen werden.

Wir laufen an dem Tag noch in das Higashi Chaya District, ein Geisha Viertel. Geishas sind Künstlerinnen der Unterhaltung. 1930 gab es ca. 80000 Geishas, mittlerweile gibt es nur noch 1000. In diesem Viertel gibt es eine Geisha-Schule, die Geishas ausbildet und viele Teehäuser, in denen Geishas die Teezeremonie durchführen und einen dazu mit Tanz & Gesang unterhalten. Leider sind dort zu viele Touristen, so dass wir vielleicht ein anderes Mal eine Geisha zu Gesicht bekommen.

Den Rest des Tages fahren wir nach Fukui. Leider haben wir dort mit Campen kein Glück, denn der Campingplatz, den wir dort heraus gesucht hatten, war geschlossen. Wir waschen unsere Wäsche in einem Waschsalon und suchen dann wieder mal eine Roadside Station auf.

Dort fallen uns Lösungen für unsere Situation ein: Wasser holen wir nun bei Tankstellen, Wäsche waschen wir in Waschsalons, geduscht wird im Meer, im Schwimmbad oder in einem Onsen und Mülleimer gibt es an Roadside Stations oder an Einkaufsläden. Einen Vorteil hat es, dass wir nun vorwiegend Roadside Stations statt Campingplätze benutzen, wir sparen Geld.

So, neuer Tag neue Sehenswürdigkeit. Diesmal ein Zen-Kloster in den Bergen der Präfektur Fukui. Präfekturen sind so etwas wie Verwaltungsbezirke. Es gibt in Japan 47 davon und durch ca. 7 sind wir schon gefahren.

Das Kloster Eiheiji wurde im Jahr 1200 gegründet und ist heute noch ein aktives Kloster des Zen-Buddhismus. Wir durften sogar den Mönchen bei ihrer Predigt zuschauen. Sie dabei zu fotografieren war jedoch verboten.

Danach geht es in das Fukui Dinosaurier Museum. Es liegt nur ca. fünf Kilometer von Japans größter Ausgrabungsstätte entfernt, in welcher immer wieder bedeutende fossile Funde gemacht werden.

Wir sagen Tschüss zum japanischen Meer und fahren den Rest des Tages 120km ins Landesinnere zur Präfektur Shiga zum Biwa-See, Japans größtem Süßwassersee.

Letzter Blick auf das japanischen Meer

Am Biwa-See ergattern wir uns einen Campingplatz. Wir freuen uns, juchee! Wir machen ein Feuer am See und essen leckere Marshmellows.

Allerdings gibt es nur Außenduschen und Hocktoiletten, aber besser als nichts.

Japanische Hocktoilette der Damen

Am nächsten Tag fahren wir zuerst zum Shirahige Shrine, dessen Torii, also das Eingangstor des Schreins, im Biwa-See steht.

Danach fahren wir quer durch die große Stadt Kyoto zum buddhistischen Tempel Kinkaku-ji. Dieser Tempel ist auch als „goldener Tempel“ bekannt, da die oberen zwei Stockwerke mit Blattgold bedeckt sind.

Zum Abschluss des Tages parken und übernachten wir auf einem 24-Stunden Parkplatz, an dem es eine Toilette gibt 🙂

Roadside-Stations gibt es in und um Kyoto keine. Wir erkunden später die Gegend und laufen zum Arashiyama Park. Der dortige Bambuswald ist eine beliebte Attraktion in Kyoto.

Am nächsten Tag in Kyoto fahren wir diesmal mit der Bahn statt mit unserem Camper zu unserer nächsten Sehenswürdigkeit. Am Hauptbahnhof ist ganz schön was los Montag früh um 7 Uhr 🙂

Wir besuchen den Fushimi Inari Taisha Schrein aus dem Jahr 794, einen der ältesten und bekanntesten Schreine Japans. Er hat ca. 10000 Torii-Tore, die über den ganzen Berg Inari verteilt sind. Wir laufen den „Touristenweg“, d.h. durch die ersten 1000 Torii-Tore ca. 30 Minuten den Berg hinauf und sparen uns die restlichen Tore. Man kann insgesamt zwei Stunden damit verbringen, um den Berg und durch Torii-Tore zu laufen. Ganz schön beeindruckend! 🙂

Größtes Torii-Tor, das Eingangstor
Weitere große Torii-Tore
Torii-Tore sind Spenden von Einzelpersonen oder Unternehmen und auf der Rückseite jedes Tores befindet sich Name und Datum des Spenders.
Kleinere Torii-Tore
Noch kleinere Torii-Tore
Die kleinsten Torii-Tore stehen auf den Gräbern

Wir fahren wieder mit der Bahn aus der Innenstadt rauswärts und besuchen einen Affenpark. Dieser liegt ganz oben auf einem Berg. Also wandern wir ein zweites Mal an dem Tag ca. 30 Minuten einen steilen Berg nach oben. Bis wir oben sind, wird einem gesagt, wie man sich den wilden japanischen Affen (auch Japanmakak oder Schneeaffen genannt) gegenüber zu verhalten hat, d.h. sie nicht füttern, anfassen, nah heran gehen und anstarren. Man darf aber dort ein paar Apfelstücke und Erdnüsse für kleines Geld kaufen und sie durch ein Gitter füttern. Die Affen wissen, nur an dem Gitter gibt es Futter und verhalten sich im umliegenden freien Naturpark ganz ruhig.

Wir schauen uns dort im Affenpark noch einmal die wunderbare Aussicht auf Kyoto an und fahren dann weiter Richtung Süden.

Bis bald 🙂

Dieser Beitrag hat 5 Kommentare

  1. DieserDave

    da habt ihr ja wieder viel erlebt, weiter so und viel Spass noch!

  2. Martina Kuck

    Ganz ganz tolle Fotos und Beschreibungen! Da bekommt man ja selber Lust auf so eine Reise … Lustig finde ich oft die Kommentare unter den Fotos und frage mich jetzt oft, ob Babsi links oder recht zu sehen ist 😉

  3. Inge Wehrfritz

    Wir freuen uns, dass alles so gut klappt. Alle Gräfenbergerinnen wollen immer wissen, wo Babsi gerade ist und alle lassen dich grüßen. Wofür stehen die Torii-Tore. Sind sie das Tor ins Himmelreich?
    Im Meer schwimmen, ist das nicht zu kalt? Wir fangen an zu heizen. Bleibt gesund, viele liebe Grüße euch beiden, M u V

  4. Leo

    Wirklich beeindruckend, wie ihr euch an die Begebenheiten anpasset und bei fehlender Wasserquelle einfach nach passenden Alternativen schaut 😃 So cool, was ihr alles erlebt und seht und was ihr da für Berge besteigt 😁 Und ja, sieht etwas wärmer aus, als bei uns, hier hat die Heizperiode wieder begonnen 😩
    Viel Spaß weiter noch ❤️

  5. Jasmin

    Ich möchte auch so eine Bananenbank 🤣

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