Nachdem wir unsere ersten Erfahrungen mit den Michi-no-Eki (Roadside Stations) gemacht haben, geht es weiter Richtung Norden in die japanischen Alpen. Wir fahren aber zunächst mal zu einer weiteren Roadstation, dem Utsunomiya Romantic Village. Hier soll es Duschen geben 🙂 Leider finden wir dort nur ein Schwimmbad vor und aufgrund der fortgeschrittenen Zeit haben wir uns für einen richtigen Campingplatz entschieden, wo es auf jeden Fall Duschen gibt und der auch näher an unserem Ziel liegt, der Nikko Daiyagawa Park. Man hat hier seinen eigenen Bereich mit Stehplatz, Platz für ein Zelt und Feuerstelle. Beim Einchecken haben wir uns gleich noch Feuerholz gekauft und einen Grill ausgeliehen. Nun fehlte es nur noch am Grillgut…also einen Supermarkt suchen und nochmal los zum Einkaufen 🙂 Danach konnte es losgehen und wir haben einen schönen Abend am Feuer verbracht.



Zum Fleisch gab es natürlich japanisches Bier und Tee 🙂



Nach dem Feuer mussten wir unsere kompletten Klamotten gleich noch waschen und duschen 🙂
Am nächsten Morgen haben uns unsere Nachbarn aus Taiwan noch Tipps zur Umgebung gegeben, dann waren wir auch schon wieder „on the road“.
Es ist Sonntag und unser erstes Ziel ist der Toshogu-Schrein von Nikko, eine religiöse Gedenkstätte, wo der berühmte Samurai-Führer und Shogun Tokugawa Leyasu verehrt wird.







Scheinbar ist das Weltkulturerbe am Wochenende gern besucht. Die komplette Umgebung war verstopft mit unzähligen Autos und wir haben uns zum Glück noch einen Parkplatz etwas ausserhalb ergattern können.
Nach erst ca 2,5h waren wir wieder raus. Das hatte unseren Zeitplan etwas nach hinten verschoben. Also eilen wir über die von Touristen umzingelte Shinkyo-Bücke zum Auto und fahren umgehend zum nächsten Ziel, ein Aussichtspunkt mit Seilbahn, den uns die Taiwaner empfohlen hatten.

Hier sei erwähnt, dass man in Japan auf Landstrassen 40kmh fährt! Somit haben wir ganze 140km an dem Tag geschafft! 🙂 und unseren nächsten Campingplatz Misuzuko-morinokuni sogar bei Tageslicht erreicht.
Um dort hinzugelangen, sind wir erstmal 20km Serpentinen bergauf gefahren, um dann zu erfahren, dass die Seilbahn schon seit 15 Minuten geschlossen hat 🙂 Man muss hier dazusagen, dass es bereits 17 Uhr anfängt, dunkel zu werden und deshalb schliessen auch die meisten Einrichtungen um diese Zeit. Also haben wir uns stattdessen vor Ort bei einem Imbiss mit lokalen Spezialitäten den Bauch vollgeschlagen 🙂


Danach sind wir etwas weiter gefahren zu den Kegon Waterfalls, die wir eigentlich von dem Aussichtspunkt hätten sehen können. Der Wasserfall ist mit knapp 100m Höhe einer der drei Berühmtesten in Japan und ist der einzige Abfluss des Lake Chuzenji. Der See entstand vor 20.000 Jahren, als der Vulkan Nantai ausbrach und den Fluss Daiyagawa blockierte.

Inzwischen ist es schon wieder dunkel und wir konnten bei der Weiterfahrt vom Lake Chuzenji leider nur noch die Umrisse erkennen.
Die bis zum Wasserfall absolvierten Höhenmeter mussten wir nun natürlich wieder runter, nur diesmal im Dunkeln und bei Regen. Inzwischen haben wir auch herausgefunden, wie man bei dem Auto manuell schaltet und die Serpentinen mit Motorbremse hinab fährt, seitdem stinkt es auch nicht mehr nach verkohlten Bremsbelägen 🙂 Unser Ziel ist die Roadstation Kawaba, noch ca. 60km. Zwischendurch mussten wir tanken, das ist hier in Japan eine Sache für sich, darauf gehen wir später vielleicht nochmal gesondert ein 🙂
Am zweiten Montag im Oktober ist Sportsday, ein nationaler Feiertag in Japan, anlässlich der Olympischen Sommerspiele 1964 in Tokio. Demnach waren alle Geschäfte und Einrichtungen geschlossen und es hat auch noch den ganzen Tag geregnet. Wir haben also beschlossen, einen Fahrtag einzulegen, um ein Stück voranzukommen. Auf dem Weg haben wir uns noch den Yubatake Onsen in Kusatsu angeschaut.




Ein Onsen ist eine natürliche heiße Quelle in Japan, die durch die vulkanischen Aktivitäten auf dem pazifischen Feuerring entstehen. Die Japaner nutzen diese gern zum Baden und Entspannen.

Von unserem Campingplatz oben auf dem Berg konnten wir am Abend hinab schauen auf die hell beleuchtete Stadt Matsumoto. Dort befindet sich die Burg von Matsumoto, diese gehört zu den drei schönsten Burgen von Japan und entstand bereits im 15. Jahrhundert.








Die Burg hat 6 Etagen, deren Fläche aufgrund der Bauweise nach oben hin immer kleiner wird. Somit werden die Treppen immer steiler bzw. die einzelnen Stufen immer höher, teilweise knapp 60cm hoch, sportlich! 🙂 In jeder Etage waren Ausstellungen zu der damaligen Zeit zu sehen, sehr beeindruckend!
Den Rest des Tages haben wir wieder mit Einkaufen und Fahren verbracht. Unsere Fahrt verlief einen schmalen Pass entlang und wir waren kurzzeitig auf 1800m Höhe angelangt. Da wir keine teure Maut bezahlen, müssen wir eben enge Pässe fahren. Babsi hat sich am Auto festgeklammert!!! 🙂
Wir befinden uns nun bei der Roadside Station Okuhida-onsengo Kamitakara am Takara River auf 700m Höhe, wo wir übernachten. Die Standheizung ist inzwischen auch unser Freund geworden, nachts haben wir teilweise nur 8 Grad Aussentemperatur 🙂

Am letzten Tag in den japanischen Alpen machen wir eine Wanderung im Chubu-Sangaku National Park. Um dort hinzugelangen sind wir mit dem Bus bis zum Ausgangspunkt der Wanderung nach Kamikochi gefahren.








Am Nachmittag verlassen wir die nördlichen japanischen Alpen und fahren weiter Richtung Westen nach Takayama.
Inzwischen haben wir ca. 600km zurückgelegt und haben schon ein paar mal getankt. Ohne Japanisch-Kenntnisse ist es fast unmöglich, die überall vorhandenen Tankautomaten zu bedienen. Zum Glück gehört es hier zum Service, dass der Tankstellenwart dich begrüßt, nach der Kreditkarte fragt und den Rest für dich erledigt. Zwischendurch werden auch noch die Scheiben geputzt. Wir waren natürlich sofort bereit, dem netten Herren dafür ein Trinkgeld zu geben. Nur ist es in Japan unüblich und sogar eine Beleidigung, Trinkgeld zu geben, weder in Restaurants, Taxis oder sonstigen Gelegenheiten. Also haben wir uns nur bedankt und sind mit vollster Zufriedenheit weitergefahren. Der Liter Normal Benzin kostet hier übrigens ca. 180 Yen, was etwa 1,15 Eur entspricht – also noch erschwinglich 🙂

Haha, wer ist die Babsi? Links oder rechts? 😂😅 Das Essen sieht ja super lecker aus 😋
Liebe Beide, es macht sooo viel Freude mitzulesen und Bilder zu schauen. Das ist wirklich gute Unterhaltung und Information. Herzlichen Dank und weiterhin eine fantastische Zeit.
Sooo schön, diese japanischen Alpen😍 Schade, dass das Wetter nicht ganz mitgespielt hat. Die japanischen Snacks sahen echt lecker aus 👍