Bula! – so begrüsst man sich hier in Fidschi. Nach ca. fünf Flugstunden erreichen wir Nadi, die zweite größere Stadt auf der Hauptinsel Viti Levu neben der Hauptstadt Suva. Bei der Pass-Kontrolle am Flughafen wurden wir mit Ukulele-Musik empfangen, was einen entspannten Aufenthalt auf den Inseln im Südpazifik vermuten lies. Jedoch war die Euphorie schnell vorbei, als uns die nette Dame am Schalter nicht einreisen lassen wollte, da wir nicht alle Hotels bis zum Verlassen des Landes vorgebucht hatten. „This is the procedure…“ wurde uns immer wieder ans Herz gelegt. Nachdem wir im Fidschi Immigration Office vorstellig waren, bekamen wir dann doch noch unseren Stempel und durften das Land betreten – puh, nochmal Glück gehabt! Angeblich steht der Hinweis überall im Internet, wir haben es bisher noch nicht gefunden.
Nachdem wir uns dann noch mit Handykarten ausgestattet haben, ging es mit dem Taxi zur Unterkunft – mit Umweg zum Geldautomat – in Fidschi zahlt man alles in Bar oder mit Gebühren, falls Kartenzahlung möglich ist. Daran müssen wir uns erstmal gewöhnen, nachdem wir in Australien so ziemlich alles mit Karte zahlen konnten, sogar die Waschmaschinen 🙂

In Fidschi ist die Amtssprache Englisch und es herrscht Links-Verkehr. Soweit so gut, erstmal nichts neues für uns. Aber irgendwie sind wir doch leicht überfordert am ersten Tag und wir mussten uns erstmal organisieren. Hier auf den Inseln ist „Fidschi-Time“ angesagt, man geht den Tag ganz entspannt an und schaut mal, wie weit man kommt. Busse fahren ohne Fahrplan, irgendwann wird schon ein Bus vorbeikommen. Beim Einkaufen ist kein Stress an der Kasse zu erwarten, alle haben ja Zeit. Auch die Bedienungen in Restaurants haben es nicht eilig, da kann es schon mal 20 Minuten dauern, bis die bestellten Getränke dann doch noch kommen 🙂
Also machen wir es den Fidschianern einfach nach und laufen gemütlich die vier Kilometer in die Stadt Nadi und wieder zurück.





Nachdem wir uns nun einen Überblick verschafft haben, gehts es los. Wir fahren 200km mit dem Bus auf der Hauptinsel Richtung Süden die Queensroad entlang von Nadi bis nach Suva, der Hauptstadt von Fidschi. Auf dem Weg dorthin liegt die Coralcoast, der südliche Küstenstreifen der Insel, der seinen Namen durch das vorgelagerte Korallenriff bekam und an dem wir immer wieder Zwischenstopps einlegen werden. Unser erster Halt ist Sigatoka nach ca. 65km. Auf Fidschi ist das günstigste Verkehrsmittel der Bus, ganze 6,50 Euro hat uns die ca. einstündige Fahrt zu zweit mit dem klimatisierten Reisebus gekostet. Man könnte also meinen, Urlaub auf Fidschi ist günstig – na mal schauen 🙂
Sigatoka liegt an der Coralcoast im Süden der Hauptinsel. Unsere Unterkunft liegt diesmal ca. 7km außerhalb der Stadt in Korotogo, für die wir einfach eines der günstigen Taxis herangewunken haben – vier Euro für 7 km ist günstig.

Wir haben uns also kurz eingerichtet, im Restaurant was gegessen und dabei erkundigt, wie wir mit dem Bus ins Nachbardorf Olosara gelangen, um Lebensmittel einzukaufen. Alles kein Problem, ungefähr alle halbe Stunde fährt ein Bus, Fahrplan gibts keinen, einfach warten, sprach die nette Bedienung 🙂 Da wir ja (insbesondere ich :-)) sportlich sind, haben wir uns entschieden, die paar Kilometer einfach zu laufen 🙂

Der Weg ins nächste Dorf hat dann doch etwas länger gedauert. Inzwischen hatte es angefangen, zu regnen und es wurde langsam dunkel. Also beschlossen wir, doch den Bus für den Rückweg zu nehmen. Nachdem drei Busse an uns vorgefahren sind, ohne uns Beachtung zu schenken, haben wir uns dann doch wieder ein Taxi genommen. Im Hotel sagte man uns dann „You have to wave!“, beim nächsten Mal wissen wir das dann auch und werden den Bus mal heranwinken 🙂

Am nächsten Tag machen wir einen Ausflug zu den Sigatoka Sand Dunes – bis zu 60 Meter hohe Sanddünen, die durch Erosion über hunderttausende von Jahren entstanden sind. Im Jahr 1989 sind die Dünen zum ersten Nationalpark Fidschis ernannt worden.








Unsere Wanderung war etwa 5km lang und führte durch den Regenwald, vorbei an einheimischen Dörfern bis zu den Sanddünen und am Strand entlang wieder zurück – wunderschön.
Am Abend sind wir dann noch an unserem Strand entlang gelaufen bis zur nächsten Beach-Bar, um dort zu essen und dabei den Sonnenuntergang zu beobachten.

Wenn man an Fidschi denkt, hat man ja eigentlich weisse Strände, blaues Wasser, Palmen und Cocktails im Kopf. Das mag vielleicht auf den kleinen Paradies-Inseln so sein, wo wir noch nicht waren. Hier auf der Hauptinsel sind die Strände meist unsauber, oft liegt Glas herum und man sieht überall den Müll. Auch in den Dörfern und an der Straße gibt es Abfall, Schutt oder Müll zu sehen. Die Bewohner verbrennen machmal ihren Müll, die Rauchwolken sind dann kilometerweit zu sehen und zu riechen, scheinbar ein echtes Problem hier auf den Trauminseln.


Am nächsten Tag haben wir eine weitere Tour in Sigatoka unternommen – Offroad Safari zur Naihehe-Höhle. Naihehe bedeutet „A place to get lost“ – „Ein Ort, wo man sich verlaufen kann“.
Um zu der Höhle zu gelangen, wurden wir zunächst mit einem geländetauglichen Jeep in das malerische Inland der Insel entlang des Flusses Sigatoka River gefahren. Dabei durchquerten wir das Sigatoka Valley, auch die Salatschüssel Fidschis genannt, da hier viel Landwirtschaft betrieben wird und ein Großteil der Früchte und Getreide des Landes von hier stammen. Wir fuhren durch fidschianische Dörfer, in denen die Kinder sofort aus ihren Häusern sprangen und uns mit „Bula! Bula! begrüßten. Unsere beiden Guides Sadam und Moses stammen selbst aus einem der Dörfer und haben uns viel über ihre Sitten und Bräuche erzählt. Schließlich erreichten wir die Residenz des Priesters und seiner Familie, die seit Jahrhunderten die traditionellen Hüter der Naihehe-Höhle sind. Der Legende nach kann niemand in die Höhle gehen, ohne um seinen Segen zu bitten, oder, getreu der Bedeutung von Naihehe, wird man sich verirren, wenn man sich alleine in die Höhle wagt. Um den Segen und die Genehmigung zur Besichtigung der Höhle vom Stammesältesten zu erhalten, bringt man eine Kava-Pflanze als Geschenk mit. Kava ist eine Pfefferpflanze, aus deren Bestandteilen ein traditionelles Getränk hergestellt wird, das vor allem bei religiösen und kulturellen Anlässen konsumiert wird. Ein Geschenk hatten wir, also nahmen wir an der Kava-Zeremonie teil. Nachdem der Priester uns das Getränk serviert hat und jeder von uns eine Schale davon ohne abzusetzen getrunken hat, durften wir die Höhle betreten.










Die Naihehe-Höhle selbst hat eine lange Geschichte für die Fidschianer und ist die größte Höhle Fidschis mit mehr als 170m Länge. Während der Stammeskriegszeit war die Höhle der Rückzugsort für die Menschen des Stammes und der Ort, an dem sie sich vor ihren Feinden versteckten. Aufgrund der natürlichen Festungscharakteristik der Naihehe-Höhle, die das Eindringen massenhafter Angreifer verhinderte, konnte sich der Clan über Jahrhunderte hinweg erfolgreich gegen viele Feinde verteidigen. Die Naihehe-Höhle war einst eine Festung für einen Kannibalenstamm. Sie enthält noch immer einen Kannibalenofen, eine Ritualplattform, die heilige Priesterkammer und andere Erinnerungen an die Kannibalengeschichte. Die Höhlen zeichnen sich durch ihre gewaltige Größe und ihre ungewöhnlichen natürlichen Eigenschaften aus und verfügen auch über Fluchtwege hoch oben an der Höhlendecke. Krieger nutzten diese Öffnungen, um Nahrung und andere wichtige Dinge von außen zu sammeln, während die Feinde am Höhleneingang warteten.








Insgesamt war die Höhlen-Safari eine tolle Tour, man hat einen Einblick in das Leben der Fidschianer und ihre Legenden und Religion bekommen. Als Backpacker oder Reisende, die alles auf „eigene Faust“ erkunden wollen, hat man es in Fidschi etwas schwerer. Um was zu sehen, muss man eine Tour buchen. Einfach so mit dem Roller herumfahren oder durch den Dschungel mit dem Jeep fahren ist hier eher ungewöhnlich.
Nun geht es weiter mit dem Bus auf der Queensroad von Sigatoka nach Pacific Harbour ca. 80 km östlich, der selbsternannten „Abenteuerhauptstadt von Fidschi“. Hier verbringen wir zwei Nächte in einer Bure direkt am Strand.






Am ersten Abend gab es ein Buffet mit Show und Musik. Da haben wir uns gleich angemeldet. Zu Essen gab es Fisch, Wurzeln und Fleisch, sowie Nudel- und Kartoffelsalat. Alles etwas anders zubereitet, aber die Kruste vom Schweinebraten hat geschmeckt wie daheim 🙂




Bisher hat uns dieses Resort am Besten gefallen und wir wären auch gerne noch etwas länger geblieben. Aber leider war das Wochenende für eine Hochzeit komplett ausgebucht und wir mussten leider weiterziehen.
Am nächsten Tag machen wir noch eine Safari, aber diesmal nicht im Dschungel, sondern auf dem Wasser. Wir fahren mit dem Jetski bis zur benachbarten Insel Beqa Island, die 10km südlich liegt.






Die Jetski-Tour hat uns viel Spaß gemacht. Auf dem Rückweg war recht viel Wind und wir hatten gute Wellen, da wird es dann schon anstrengend auf dem Meer. Insgesamt sind wir 64 km gefahren und wir hatten beide am nächsten Tag einen ordentlichen Sonnenbrand und Muskelkater 🙂
Nun geht es weiter mit dem Bus in die Hauptstadt Suva ca. 50km weiter östlich. Wir sind gespannt, was uns da erwartet…

ja, so eine WasserTourenFahrt ist ganz schön anstrengend, nächstes Jahr dann wieder auf dem Rad 😉
Sonnenbrand ist besser als Gefrierbrand, Winter is here.