Hier an der Ostküste im argentinischen Südpatagonien gibt es den Nationalpark „Monte León“. Um ihn anzuschauen, übernachten wir die nächsten Tage in „Comandante Luis Piedra Buena“, einem Ort ganz in der Nähe des Parks. Es soll dort Pinguine, Seelöwen und Pumas geben.
Wieder einmal macht uns jedoch das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Am ersten Tag regnet es ununterbrochen und wir bleiben auf den Straßen des Parks fast im Schlamm stecken. Trotz Vierrad-Antrieb schaffen wir es gerade so zum „Pinguin“-Wanderweg. Doch dort ist der Weg so matschig, dass wir mit den Schuhen wegrutschen. So, das reicht! Wir kehren um und fahren zum Campingplatz zurück, denn wir wollen weder mit Schuhen, noch mit dem Auto festsitzen.


Am zweiten Tag fahren wir ein weiteres Mal zum Nationalpark, jedoch haben die Ranger den Park diesmal komplett geschlossen, da die Straßen vom gestrigen Regen immer noch zu schlecht sind. Da wir hauptsächlich den Park aufsuchten, um unbedingt Pinguine sehen zu wollen, fahren wir 60km an die Küste von Puerto Santa Cruz. Wir lesen, dass es dort welche gibt, aber wir haben einfach kein Glück. Tja, es soll wohl nicht sein, dass wir niedliche Pinguine sehen.

Den restlichen Tag verbringen wir am Campingplatz und braten uns ein argentinisches Steak. Da wir hier an der Ostküste Argentiniens komischerweise keine Steakhäuser finden, kaufen wir uns selbst Fleisch und grillen es.

Wir fahren am nächsten Tag 240km weiter nach „Aike Guer“ in die Nähe der Stadt „Rio Gallegos“, um dort beim Tanken unser letztes Bündel argentinische Pesos auszugeben, den Kühlschrank leer zu essen und das letzte mal in Argentinien zu übernachten. Am Tag darauf verlassen wir Argentinien und fahren über die Grenze nach Chile wieder ein, anschließend geht es ca. 260km weiter nach „Punta Arenas“. Dort lassen wir unseren Camper waschen und geben ihn am darauffolgenden Tag gegen Mittag beim Camperverleih ab. Insgesamt 4229km sind wir in den letzten 4 Wochen durch Südpatagonien und das Feuerland mit unserem Camper gefahren.
Wir verbringen die Nacht in einem Hotel in „Punta Arenas“ und fliegen am nächsten Tag zur Hauptstadt „Santiago de Chile“. Dort verbringen wir die letzten Tage unserer Weltreise. Hier ist es angenehm warm, d.h. wir müssen uns wieder umgewöhnen, denn es sind keine 10 Grad tagsüber mehr, sondern 30 Grad.
Wir erkunden die historische Innenstadt in Santiago zuerst, beginnend mit dem „Plaza de Armas“, dem Herzstück von Santiago.







Hier das „Barrio Paris-Londres“, da sich in diesem Viertel die Häuser von Paris und London ähneln.





Im Anschluss laufen wir den „Cerro Santa Lucia“ wieder hinab und gehen in das Viertel „Barrio Lastarria“. Dort gibt es die Eisdiele „Emporio la Rosa“, in welcher wir ein leckeres Eis essen. Diese „Heladeria“ soll zu den besten Eisdielen der Welt zählen.

Danach schlendern wir durch den Park „Forestal“ am Kunstmuseum vorbei, laufen kurz zum großen Markt „Mercado Central“ und fahren mit der Metro wieder nach Hause. Die Metro in Santiago ist die modernste in Südamerika und bringt dich mit der BIP!-Karte schnell von A nach B. Die Karte ist nach dem kurzen Piepton benannt, welche sie macht, wenn man sie über den Scanner in der Metrostation hält.


Abends gehen wir um die Ecke von unserem Hotel indisch essen. Der Inder hat es uns irgendwie angetan, denn am nächsten Tag entspannen wir erst etwas und gehen Abends gleich nochmal hin, weil es dort so gut geschmeckt hat.

Am letzten Tag unserer Weltreise schauen wir uns das höchste Gebäude Südamerikas an, den „Gran Torre Santiago“. Im Gebäude selbst befindet sich das „Costanera Center“, eines der größten Einkaufszentren Südamerikas auf sechs Stockwerken verteilt. Die Aussichtsplattform „Sky Costanera“ befindet sich auf 300m Höhe im 62ten Stockwerk, von dem man eine tolle Aussicht über Santiago und die angrenzenden Anden hat.







Abends gehen wir natürlich wieder beim Inder um die Ecke etwas essen, danach wird der Rucksack ein letztes Mal gepackt, denn morgen geht es mit unserem längsten Flug mit 14 Stunden von Santiago nach London und von dort noch 2 weitere Stunden nach Frankfurt.
Fazit Chile/Argentinien
(1) Der Norden Chiles mit „San Pedro“ als Ausgangspunkt und als kleine Wüstenstadt hat uns super gut gefallen. Für große Wüstenliebhaber und Fans von Dünen – so wie mich – ist dies genau der richtige Ort. Tagsüber ist schönes Wetter und man sieht tolle Wüstenlandschaften wie vom Mars oder vom Mond (Valle de la Luna & Valle de la Muerta), superhohe Dünen, spektakuläre Salzlagunen in den unterschiedlichsten Formationen, davon einige mit herrlich pinken Flamingos, Regenbogen-Berge mit den schönsten Farben (Valle de Arcoiris) und das höchste Geysirfeld der Welt (El Tatio).
(2) Der Süden von Chile bzw. Argentinien war dagegen ganz anders. Südpatagonien und Feuerland mit dem Camper, den wir uns ausgesucht hatten, empfanden wir als sehr abenteuerlich, stressig und kalt. Das Campen in der Natur und in dieser rauen Wildnis ist zwar schön, aber man hat oft mit dem Wetter zu kämpfen, denn es ist selten sonnig und klar, sondern eher kalt, windig und regnerisch, so dass man kaum draußen sitzen kann. Gute, windgeschützte Campingplätze mit Strom und Wasser sind rar bzw. muss man für sie sehr weit fahren. Das Camperleben ist daher herausfordernd, wenn man, so wie wir Toilette, Dusche und Küche mit Kühlschrank hat, denn man muss ja irgendwo sein Grey- und Blackwater entsorgen, seinen Wassertank auffüllen und seine Batterie aufladen. Die Straßenverhältnisse vor allem in Nationalparks, in denen man sich die meiste Zeit aufhält, sind schlecht, so dass wir froh waren einen 4×4-Pickup mit Aufsatz als Camper zu haben und nicht einen integrierten Camper ohne 4WD. Wir würden das nächste Mal eher einen SUV (natürlich 4WD!) mit beheizten Hotels bevorzugen oder das Land mit Flugzeug punktuell bereisen, wie die meisten Touristen das machen.
Ansonsten sind für Natur-Liebhaber und Wanderfreunde die sehr vielen Nationalparks, welche wir hier besuchten, ein echter Traum, zum Beispiel „Pali Aike, Terra del Fuego, Torres del Paine, Los Glaciares oder Monte León“. Diese wunderschönen Landschaften mit den türkisblauen Lagunen, der trockenen Steppe, den knorrigen Bäumen, den schneebedeckten Bergen und den milchblauen Gletschern schauen einfach wie gemalt aus und sind ein Paradies für Naturfreunde. Wer Tiere mag, erfreut sich an den vielen, niedlichen Guanacos an jeder Straßenecke. Die herrlichen Bootsfahrten auf der Magellanstraße bei Punta Arenas oder auf dem Beagle Kanal bei Ushuaia, um Wale, Pinguine, Inseln oder Gletscher zu bestaunen, waren einmalig und können wir auf jeden Fall nur weiterempfehlen.
(3) Santiago de Chile – die Hauptstadt Chiles, welche in der Mitte des längsten und schmalsten Landes der Welt liegt – ist eine sehr moderne Stadt und gilt als sicherste Großstadt Südamerikas. Sie hat abwechslungsreiche, bunte Viertel, schöne grüne Parkanlagen und tolle Aussichtspunkte, von denen man einen herrlichen Ausblick auf die Stadt und deren majestätischen Anden hat.
Wir sagen Muchas Gracias zu Chile & Argentinien!
Auf geht’s nach Deutschland in unsere Heimat zurück!

Wünsch euch nen guten Flug!